Bischöfe in Nigeria schlagen Alarm: Land gleicht zunehmend einem „Schlachtfeld“

Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan (Nigeria)
Bischof Emmanuel Badejo

In einer deutlichen Warnung haben die Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan am Dienstag die Situation in Nigeria mit einem „Schlachtfeld“ der Feindseligkeit und Gewalt verglichen. Das berichtet ACI Africa, die afrikanische Schwesteragentur von CNA Deutsch.  

Nach einem zweitägigen Treffen, an dem führende Vertreter der Erzdiözese Ibadan und der Diözesen Ekiti, Ilorin, Ondo, Osogbo und Oyo teilnahmen, veröffentlichten die Bischöfe ein Kommuniqué, in dem sie auf die katastrophale Lage im Land hinwiesen.

Die Erklärung der Bischöfe zeichnet ein düsteres Bild von Nigerias derzeitiger Lage und bezeichnet das Land als eine Nation, die am Rande des Zusammenbruchs steht. Dies ist auf eine Reihe von Herausforderungen zurückzuführen, wie die grassierende Unsicherheit, die wirtschaftlichen Turbulenzen, die Cyberkriminalität, die steigenden Lebensmittelpreise und den allgemeinen Zustand der Regierung, die dem Leiden ihrer Bürger gegenüber gleichgültig zu sein scheint. „Unser geliebtes Land Nigeria wird schnell zu einem feindlichen, mörderischen Feld. Das Leben in Nigeria wird für Millionen von Nigerianern zu einer Tortur“, beklagten die Bischöfe und wiesen auf die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit hin, die einige in den Selbstmord getrieben haben.

Die Bischöfe sagten, dass die globalen wirtschaftlichen Veränderungen nicht als Entschuldigung für die Probleme des Landes dienen könnten. Sie warfen der Regierung vor, ihre Pflicht zu vernachlässigen, die Menschen zu schützen und zu versorgen, und beklagten die hohe Zahl von Opfern durch Kriminalität und Gewalt. Sie bemängelten die offenkundige Schwäche und Abwesenheit der Regierung bei der Bewältigung dieser Krisen und sagten: „Für viele Nigerianer, die ihr Leben verloren haben, kommt jede Abhilfe jetzt schon zu spät.“

Die Bischöfe Nigerias fordern: Die politische Führung muss sich stärker für das Wohl der Bevölkerung einsetzen. Dazu gehöre eine umfassende Reform des Sicherheitssektors, eine effektive Bekämpfung der Korruption und eine Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, um die nationale Krise zu überwinden. Die Bischöfe kritisieren die anhaltende Gewalt und Unsicherheit im Land und betonen die Notwendigkeit einer visionären und transformativen Regierungsführung, die auf nachhaltige Entwicklung und nicht nur auf kurzfristige Lösungen abzielt.

Die Erklärung zeigt auch, dass die Bischöfe besorgt über die steigende Zahl von Selbsttötungen und Morden im Land sind: Diese weisen auf einen alarmierenden Verlust des Respekts für das menschliche Leben hin, warnen sie. Sie appellieren an die Regierung und alle christlichen Einrichtungen, sich gemeinsam für die Werte von Ehe und Familie einzusetzen und die Heiligkeit und Würde des menschlichen Lebens zu verteidigen.

Die Bischöfe befassten sich auch mit den Vorbereitungen der katholischen Kirche für das Jubiläumsjahr 2025, das Papst Franziskus ausgerufen hat. Sie laden zum Gebet ein, Nigeria in dieser schwierigen Zeit zu begleiten und zu stärken.

Zum Schluss baten die katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz die Muttergottes um ihre Fürbitte für Nigeria und beteten, dass das Land mit Gottes Hilfe aus den aktuellen Herausforderungen mit neuer Hoffnung und Frieden hervorgehen möge.

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur ACI Africa.