Kramp-Karrenbauer: Nicht jedes ZdK-Mitglied „stimmt mit dessen Spitze überein“

Annegret Kramp-Karrenbauer
Olaf Kosinsky / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE)

Wenige Tage nach ihrem Austritt aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat die einstige CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer am Sonntag betont: „Nicht jedes Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken stimmt mit dessen Spitze überein.“

Die Bild-Zeitung berichtete Anfang Februar: „Ihren Rücktritt begründet AKK mit der Haltung des ZdK zur Migrationsdebatte. Sie sehe ‚für eine weitere Mitarbeit keine Grundlage mehr‘, heißt es. Deshalb beende sie ihre Mitgliedschaft ‚mit sofortiger Wirkung‘.“

„Die frühere CDU-Chefin und Vertraute von Altkanzlerin Angela Merkel hat den Kanal offensichtlich voll, weil sich das ZdK in der Migrationsdebatte so klar auf die Seite von SPD und Grünen stellte“, so die Zeitung außerdem. „Das ist man in der Partei sonst nur von der protestantischen Kirche gewöhnt.“

Gefragt, warum sie in Sachen Migration einen „Wandel“ durchgemacht habe, der sie von einer Unterstützerin von Angela Merkel nun sogar zum Austritt aus dem ZdK geführt habe, sagte Kramp-Karrenbauer der „Zeit“: „In der Bevölkerung hat sich in der Migrationsfrage etwas verändert. Seit Jahren, seit Monaten, seit Wochen und insbesondere seit Aschaffenburg. Das spüre ich, und ich höre es, wenn ich mich so frei unter den Leuten bewege, wie es vorher nicht möglich war.“

„Es gibt eine Erwartungshaltung, dass Probleme im Alltag wirksam gelöst werden“, unterstrich die ehemalige CDU-Vorsitzende. „Die Politik muss darauf eine Antwort geben – gerade aus der Mitte heraus. Und das wird nicht dadurch falsch, dass eine Partei, von der wir wissen, dass sie die Bundesrepublik in ein anderes System verwandeln will, nur dieses Thema kennt.“

Sie betonte außerdem, dass das „C“ im Parteinamen „keineswegs“ gestrichen werden müsse, „sondern wir sollten es selbstbewusst beibehalten. Wohl wissend, dass damit gemeint war und ist, Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes zu machen. Das bedeutet, den Menschen mit der ihm verliehenen eigenen Würde zu betrachten – aber auch mit seinen Möglichkeiten und seiner Verantwortung.“

„Wir bewerten niemanden als Menschen erster, zweiter oder dritter Klasse“, stellte Kramp-Karrenbauer klar. „Aber wir sehen Menschen nicht als hilflose Wesen an, die der Staat von der Wiege bis zur Bahre um- und versorgen muss. Diese Grundkoordinaten stimmen nach wie vor.“

Annegret Kramp-Karrenbauer war von Ende 2018 bis Anfang 2021 Nachfolgerin von Angela Merkel als Parteivorsitzende der CDU. Sie setzte sich damals parteiintern gegen Friedrich Merz durch. Merz verlor 2021 einen weiteren Machtkampf gegen Armin Laschet, der seinerseits bei der Bundestagswahl im selben Jahr gegen Olaf Scholz von der SPD verlor und bald auch vom Amt des Parteivorsitzenden zurücktrat. Seit 2022 ist nun Merz für die CDU zuständig und führt seine Partei als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl am 23. Februar 2025.

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