Redaktion - Montag, 31. März 2025, 16:00 Uhr.
Laut freigegebenen CIA-Dokumenten aus dem Jahr 1988 soll der US-Geheimdienst mit paranormalen Methoden die Bundeslade mit den Zehn Geboten aufgespürt haben. Die Dokumente, die aus dem geheimen Regierungsprogramm „Sun Streak“ stammen, beschreiben eine goldene und silberne Holztruhe mit Engelsdarstellungen, die im Nahen Osten versteckt sein soll.
Bereits im Jahr 2000 wurden die Dokumente veröffentlicht, erlangten aber erst kürzlich wieder Aufmerksamkeit, nachdem der Podcaster Josh Hooper sie in den sozialen Medien geteilt hatte, wie die Times of India berichtete. Seitdem haben verschiedene Medien über den angeblichen Fund der Bundeslade berichtet.
Die Dokumente stammen aus dem Projekt „Sun Streak“, einem CIA-Programm aus den späten 1980er Jahren, das Teil der größeren „Stargate“-Initiative war. Im Rahmen dieses Projekts versuchten Personen mit angeblich paranormalen Fähigkeiten, durch „Remote Viewing“ (Telepathie) entfernte oder verborgene Objekte sichtbar zu machen.
Während einer dokumentierten Sitzung am 5. Dezember 1988 beschrieb ein Teilnehmer, der als „Viewer 032“ identifiziert wurde, eine sargartige Konstruktion aus Holz mit Gold- und Silberverzierungen und sechsflügeligen Engeln: „Das Ziel ist ein Behälter. Dieser Behälter hat einen weiteren Behälter in seinem Inneren“, heißt es in dem Dokument. „Das Ziel ist aus Holz, Gold und Silber gefertigt … und mit [einem sechsflügeligen Engel] verziert.“ Der Teilnehmer gab weiter an, das Objekt befinde sich „irgendwo im Nahen Osten“ und sei von arabisch sprechenden Menschen umgeben, berichtete die britische Daily Mail.
Was war das „Stargate“-Projekt?
Das umstrittene „Stargate“-Projekt wurde 1978 von der Defense Intelligence Agency (DIA) in Fort Meade, Maryland, ins Leben gerufen. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten investierte die US-Regierung rund 20 Millionen Dollar in das Programm, dessen Hauptziel es war, übersinnliche Phänomene für militärische und geheimdienstliche Zwecke nutzbar zu machen. Mit etwa 15 bis 20 Mitarbeitern war die Einheit relativ klein und arbeitete in einer „alten, undichten Holzbaracke“.
Die Entwicklung des Programms fiel in die Hochphase des Kalten Krieges und war eine Reaktion auf Berichte, dass die Sowjetunion ähnliche paranormale Forschungen betrieb. CIA und DIA hofften, durch „Remote Viewing“ Zugang zu Informationen über sowjetische Militäreinrichtungen und andere strategische Ziele zu erhalten, die mit konventionellen Spionagemethoden nicht erreichbar waren.
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Im Jahr 1995 wurde das Projekt überprüft und eingestellt. Die Schlussbilanz war ernüchternd: „Auch wenn im Labor ein statistisch signifikanter Effekt beobachtet wurde, bleibt unklar, ob die Existenz eines paranormalen Phänomens, des Remote Viewing, nachgewiesen wurde. Die Laborstudien liefern keine Beweise für den Ursprung oder die Natur des Phänomens, sofern es überhaupt existiert, und gehen auch nicht auf wichtige methodische Fragen ein.“
Was ist die Bundeslade?
Die Bundeslade, das zentrale Symbol des Alten Testaments, war eine vergoldete Holztruhe, die nach biblischer Überlieferung die Steintafeln mit den Zehn Geboten enthielt. Es handelte sich um eine 2,5 Ellen lange Truhe aus Akazienholz, die innen und außen mit Gold überzogen war.
Auf ihrem Deckel befanden sich zwei goldene Cherubim-Figuren, die den „Gnadenstuhl“ bildeten – den Ort, an dem einmal jährlich der Hohepriester das Blut eines Opfertiers zur Sühne der Sünden versprengte (Ex 25,10–22). Neben den Gebotstafeln bewahrte sie zeitweise auch einen Krug mit Manna und den Stab Aarons auf (Hebräer 9,4).
Sie symbolisierte den Bund zwischen Gott und Israel und stand im Allerheiligsten des Jerusalemer Tempels, das nur der Hohepriester einmal jährlich am Versöhnungstag betreten durfte.
Beim babylonischen Angriff auf Jerusalem verschwand die Lade. Historiker vermuten ihre Verbrennung, da sie aus Holz bestand und für die Eroberer wertlos war, wie der SWR berichtete.