Redaktion - Dienstag, 6. Januar 2026, 7:00 Uhr.
Laut einer aktuellen INSA-Umfrage mit dem Titel „Glauben spiegeln“ steht der Synodale Weg für viele Deutsche auf unsicherem Boden, während junge Menschen zugleich als größte Austrittsgruppe und als wichtigste Hoffnungsträger für eine neue kirchliche Bindung gelten. Diese doppelte Spannung prägt das Bild des Christ-Seins in Deutschland.
Deutschland ist zwar nach wie vor deutlich christlich geprägt, die institutionelle Bindung erodiert jedoch. Dies zeigt sich bereits an der Grundkonstellation der Daten: So geben zwar 73 Prozent der Befragten an, getauft zu sein, doch nur 45 Prozent gehören noch einer christlichen Kirche oder Gemeinschaft an.
Besonders augenfällig wird diese Lücke im konfessionellen Vergleich. So weist die Auswertung für die katholische Kirche 23,7 Prozent Kirchenmitglieder aus, während sich 31 Prozent als katholisch getauft bezeichnen. Bei den evangelischen Landeskirchen steht einer Mitgliedschaft von 21,5 Prozent ein Anteil von 36 Prozent evangelisch getauften Personen gegenüber.
Der Druck auf die Kirchen und Gemeinschaften zeigt sich zugleich deutlich in der Austrittsfrage. Auf die Frage, ob man in den kommenden zwei Jahren aus der Kirche austreten wolle, antworten 22 Prozent mit Ja, während 58 Prozent einen Austritt ablehnen.
Entscheidend ist dabei die Altersstruktur: Bei den Unter-40-Jährigen liegt die Austrittsabsicht je nach Altersgruppe bei rund einem Drittel, konkret zwischen 34 und 36 Prozent. Selbst wenn ältere Jahrgänge eher blieben, würde die institutionelle Bindung daher allein durch den Generationswechsel weiter abnehmen.
Gleichzeitig offenbaren die Daten bei jungen Menschen auch ein gegenläufiges Moment. Unter denjenigen, die derzeit keiner Kirche angehören, können sich acht Prozent vorstellen, (wieder) in eine christliche Kirche oder Gemeinschaft einzutreten. Bei den Unter-30-Jährigen ist dieser Wert mit 16 Prozent doppelt so hoch.
Ein ähnliches Bild der Unentschiedenheit zeige sich beim Synodalen Weg. Insgesamt halten ihn 16 Prozent für „(eher) richtig“, 19 Prozent für „(eher) falsch“. Unter Katholiken liegen die Werte bei 21 Prozent Zustimmung und 17 Prozent Ablehnung.




