Redaktion - Donnerstag, 8. Januar 2026, 14:15 Uhr.
Der US-amerikanische Bischof Robert Barron, der durch sein Medienapostolat „Word on Fire“ auch über seine eigene Diözese Winona-Rochester in Minnesota hinaus weithin bekannt ist, hat vor einem falschen Verständnis von Synodalität gewarnt.
„Ich habe gehört, dass eines der Themen, die im Kardinalskonsistorium diskutiert werden, die Synodalität ist“, begann Barron seine kurze Stellungnahme. „Ich spreche hier als Bischof, der als gewählter Delegierter an beiden Runden der Weltsynode zur Synodalität in Rom teilgenommen hat und gerade eine lokale Synode in meiner eigenen Diözese geleitet hat.“
Das Konsistorium begann am Mittwoch und geht bereits am Donnerstag wieder zu Ende. Es handelt sich um ein Treffen aller Kardinäle. Das Konsistorium folgt einem Format, das jenem der Weltsynode ähnlich ist, nämlich die Diskussion in kleineren Arbeitsgruppen mit zusammenfassenden Gruppenberichten. Traditionell ist die offene Aussprache das Mittel, um unter allen Kardinälen ins Gespräch zu kommen, nicht nur im kleinen Kreis und gefiltert durch Berichte.
„Synoden sind gute und nützliche Instrumente zur Festlegung praktischer pastoraler Strategien, aber sie sollten keine Foren für Debatten über die Lehre sein“, hielt er fest. Aber: „Wenn feststehende Lehre zum Gegenstand synodaler Entscheidungen wird, verfällt die Kirche in Relativismus und Selbstzweifel […].“ Dies sei „beim fehlgeleiteten Synodalen Weg in Deutschland deutlich zu sehen“, fügte Barron hinzu.
Mit Blick auf seine eigene Position führte er aus: „Ich sympathisiere mit den Gründern der Zeitschrift Communio – Joseph Ratzinger, Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac –, die sich von der Zeitschrift Concilium trennten, deren erklärtes Ziel die Fortführung ‚des Geistes des Zweiten Vatikanischen Konzils‘ war.“
„Die großen Theologen von Communio sagten, dass Konzilien im Leben der Kirche zwar manchmal notwendig sind, man aber am Ende eines Konzils erleichtert aufatmet, weil die Kirche dann zu ihrer eigentlichen Arbeit zurückkehren kann“, betonte der Bischof. „Solange sie im Konzil tagt, befindet sich die Kirche in einer Schwebe, ist unsicher und ringt mit sich. Gerade die Fortführung des Geistes des Zweiten Vatikanischen Konzils führte in den Jahren, in denen ich erwachsen wurde, zu so viel Schwanken und Abdriften.“
„Wenn wir also mit der Synodalität fortfahren müssen, dann sollte sie sich der Erwägung praktischer Mittel widmen, mit denen die Kirche ihre Aufgabe, Gott zu verehren, zu evangelisieren und zu dienen, wirksamer erfüllen kann“, forderte Barron.




