1967 erbaute Kirche im Bistum Hildesheim wird profaniert und abgerissen

Blick auf Harsefeld (Symbolbild)
Dkvtig / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Eine 1967 erbaute Kirche im der Diözese Hildesheim wird am Samstag profaniert und schließlich abgerissen, wie das Bistum am Dienstag mitteilte. Es geht um die Kirche St. Michael in Harsefeld, südwestlich von Hamburg.

„Die letzte Heilige Messe feiert Weihbischof em. Heinz-Günter Bongartz mit der Gemeinde am kommenden Samstag, 31. Januar 2026, um 18 Uhr“, so das Bistum. „Mit der Profanierung verliert die Kirche ihre Funktion als Ort für Gottesdienste.“

Geplant ist, die profanierte Kirche abzureißen. Die evangelisch-lutherische Einrichtung Rotenburger Werke der Inneren Mission wird dort dann Wohnungen für Menschen mit Betreuungsbedarf bauen. Die Rotenburger Werke kümmern sich besonders um Menschen mit Behinderungen.

Das kirchliche Leben in Harsefeld werde „über Kooperationen in der Ökumene und mit der Zivilgesellschaft“ auch ohne eigene Kirche weitergehen, betonte das Bistum Hildesheim.

Die Kirche St. Michael wurde 1967, also vor weniger als 60 Jahren, in Fertigteilbauweise errichtet. Es waren die letzten Jahre, bevor die Kirche in Deutschland insgesamt immer weiter zu schrumpfen begann. Heute ist das Kirchengebäude so sanierungsbedürftig, dass ein Abriss für die Gemeinde sinnvoller erschien als ein Umbau für eine etwaige Weiternutzung.

Der Niedergang des kirchlichen Lebens lässt sich auch aus einer kurzen Notiz auf der Internetseite der Gemeinde herauslesen: „Bis zum Jahr 2016 betrieben hier die Steyler Missions Schwestern zum einen eine Kinderbetreuung und zum anderen eine Pilgerherberge. Nach dem Wegzug der Schwestern und dem Verkauf des Pfarrhauses wurden Nebenräume der Kirche zu einer Pilgerunterkunft ausgebaut. Hier rasten regelmäßig Pilger auf dem Jakobsweg.“

Im Bistum Hildesheim lebten zuletzt zwar noch mehr als eine halbe Million Katholiken, aber davon gehen nur 30.000 Personen sonntags zur Messe, was einem Anteil von 5,8 Prozent entspricht. Vor zehn Jahren, 2014, zählte das Bistum noch über 600.000 Katholiken, im Jahr 1990 gar 742.000. Auch der Anteil der Messbesucher an Sonntagen war höher: 2014 waren es immerhin noch 8,4 Prozent, während 1990 die Zahl mit 17,6 Prozent deutlich zweistellig war.

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