Redaktion - Mittwoch, 4. Februar 2026, 9:00 Uhr.
Kardinal Reinhard Marx hat am Montag das Seligsprechungsverfahren für den Jesuiten Alfred Delp offiziell eröffnet, nachdem dies bereits zuvor angekündigt worden war. Delp war am 2. Februar 1945 durch das nationalsozialistische Regime ermordet worden.
In seiner Predigt am Fest Mariä Lichtmess sagte Marx, der Erzbischof von München und Freising, das Zeugnis des Jesuiten sei „so aktuell wie eh und je“. Gerade „in diesen Zeiten, in denen völkischer Nationalismus, Hass, Krieg, Allmachtsfantasien um sich greifen, da soll er mit uns sein“.
Man müsse vermeiden, „sich den Versuchungen der Macht hinzugeben und der Versuchung, über andere zu herrschen“, mahnte er, denn letztlich gelte: „Die Freiheit, die ohne Liebe auskommt, die nichts opfern will, ist keine echte Freiheit.“
Über das Gerichtsverfahren des nationalsozialistischen Regimes gegen Delp sagte Marx: „Wenn wir uns vorstellen, wie Delp und der geifernde, schreiende Freisler einander gegenübertreten – Freisler, kein Richter, sondern ein Vernichter, der die Jesuiten hasste“, dann zeige sich „eine Ikone des 20. Jahrhunderts“, die den Ausweg aus einer Kultur von Hass und Gewalt aufzeige.
Delp habe seinen Tod nicht als Hinrichtung betrachtet, betonte der Kardinal, sondern als ein Opfer in der Nachfolge Christi. So werde „aus seinem Tod ein Akt der Liebe“.
Die Gläubigen ermunterte Marx zum Gebet, „dass der Seligsprechungsprozess reiche Frucht bringt. Für die Jesuiten, für die Gemeinschaft der Kirche, für die Welt und besonders auch für unser Vaterland.“
Delp wurde 1907 geboren und trat nach dem Abitur an der Goetheschule in Dieburg bei den Jesuiten ein. 1937 empfing er die Priesterweihe. Ab 1939 wirkte er dann in München.
Von 1942 an engagierte sich Delp im Kreisauer Kreis, der eine Gesellschaft nach der Hitler-Diktatur plante. Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Hitler im Jahr 1944 wurde Delp, obwohl er damit nichts zu tun hatte, verhaftet und schließlich zum Tode verurteilt.




