Kabul - Mittwoch, 4. Februar 2026, 15:30 Uhr.
Bischof Stefan Oster SDB, der von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit dem Ressort Sport beauftragt wurde, hat vor den Olympischen Winterspielen eingeräumt: „Politik beeinflusst den Sport.“
Der Bischof von Passau sprach im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag das „Thema Staatsdoping“ an, aber auch, „dass Länder als Ausrichter oder Teilnehmer ihren Nationalstolz demonstrieren wollen“ und „dass Spiele boykottiert werden“.
„Wie sehr die Politik in den Sport hineinreicht, wissen wir auch aus unserer eigenen Geschichte, etwa von den Olympischen Spielen 1936 in Berlin“, erinnerte Oster. „Wir denken aber auch an die Spiele 1980 in Moskau, die von westlichen Ländern boykottiert wurden, und die von 1984 in Los Angeles, zu denen die Sportler aus den Ostblock-Ländern nicht gekommen sind.“
„Man sollte sich also keine Illusionen machen und ehrlich sein“, forderte der Bischof. „Deshalb bin ich gegen eine Idealisierung oder Überhöhung des Sports.“
„Ich möchte mir nicht vorstellen, was in ukrainischen Sportlern vorgehen würde, gegen ein russisches Team etwa im Biathlon anzutreten“, sagte er. „Auch ist es schwer nachzuvollziehen, was es für die ukrainischen Athleten bedeutet, sich auf die Wettkämpfe vorzubereiten, während sie sich um ihre Familien sorgen, die nicht nach Italien reisen können.“
Umgekehrt „sollte man nicht ohne Weiteres Sportler unter Pauschalverdacht stellen oder Kollektivstrafen aussprechen. Deshalb die Praxis von Startmöglichkeiten unter neutraler Flagge. Wenn aber durch ein Land bewusst und gezielt die Werte des Sports verletzt werden, sollte der organisierte Sport Position beziehen.“
Zu Zwecken der Seelsorge ist auch die katholische Kirche in Person von Elisabeth Keilmann bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo vertreten, die am Freitag offiziell beginnen.
„Olympiaseelsorge funktioniert bei uns seit über 50 Jahren in sehr guter ökumenischer Kooperation“, betotne Oster. „Unsere Sportseelsorger schaffen Gelegenheiten, um zur Ruhe zu kommen und Kraft für die nächsten Tage zu finden. Sie bieten Gottesdienste und ‚Auszeiten‘ an.“ Zudem gebe es „Begegnungsformate und Gesprächsrunden, um Eindrücke und Erfahrungen zu teilen“.





