"245 Millionen Gründe": Internationale Konferenz zur Christenverfolgung in Budapest

Patriarchen, Kardinäle, Priester, Politiker und viele weitere Christen aus der ganzen Welt bei der International Conference on Christian Persecution (ICCP) in Budapest.
Foto: Alexey Gotovskiy / EWTN
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Zahlreiche Patriarchen, Kardinäle, Politiker und Christen aus der ganzen Welt sind diese Woche in Budapest zu einer Internationalen Konferenz zum Thema Christenverfolgung zusammengekommen.

Die International Conference on Christian Persecution (ICCP) bringt mittlerweile Teilnehmer aus über 40 Nationen zusammen. 

"Wir haben 245 Millionen Gründe, hier zu sein. So viele Menschen werden täglich wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt", sagte der ungarische Staatssekretär für die Hilfe verfolgter Christen, Tristan Azbej, am gestrigen 26. November zum Auftakt der ICCP-Tagung.

Azbej ist eine treibende Kraft hinter "Hungary Helps", einer Regierungsinitiative zur Bereitstellung internationaler Hilfe speziell für verfolgte christliche Gemeinschaften im Nahen Osten – ein Engagement, mit dem sich Ungarn von den meisten anderen europäischen Regierungen unterscheidet.

Erzbischof Bashar Warda aus Erbil (Irak) sagte gegenüber CNA, er hoffe, dass mehr europäische Führungskräfte die Tatsache anerkennen – und darauf reagieren, dass Christen im Nahen Osten verfolgt werden.

"Ich appelliere an die europäischen Regierungschefs, die Tatsache anzuerkennen, dass Christen verfolgt werden, denn bis jetzt ist diese Stimme noch schwach", sagte Warda. "Ungarn und Polen haben das Richtige getan, um deutlich und laut zu erklären: Christen werden verfolgt."

Seit die ungarische Regierung 2017 die erste Internationale Konferenz zur Christenverfolgung einberufen hat, hat sich die ICCP-Veranstaltung auf 650 Teilnehmer aus über 40 Ländern verdoppelt.

"Was uns zusammenbringt, ist die Sache der verfolgten Christen im Nahen Osten und unsere Suche nach den Faktoren, die diese schrecklichen Situationen für die ältesten christlichen Gemeinschaften im Osten verursachen", sagte Gewargis III., Patriarch der Assyrischen Ostkirche, auf der Konferenz.

Die ICCP-Tagung, die vom 26. bis 28. November stattfindet, zog zahlreiche syrische, irakische und libanesische Kirchenleiter an, darunter den Patriarchen der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien, Ignatius Aphrem II., den chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mosul, Najeeb Michaeel sowie Pfarrer Joseph Kassab, Leiter der Evangelischen Gemeinschaft von Syrien und Libanon.

Inoffizielle Gespräche fanden am "Tag Null" der Konferenz zum Umgang mit Islamismus sowie die Rolle von NGOs bei der Unterstützung verfolgter Gemeinschaften statt.

Der Bischof und Primas der armenisch-orthodoxen Diözese von Damaskus, Armash Nalbandian, betonte in seiner Ansprache, dass die gezielte Verfolgung von Christen in Syrien immer noch eine sehr aktuelle Bedrohung ist.

"Vor nicht einmal einem Monat erschoss ein Schütze Pater Hovsep Bedoyan, den Leiter der armenisch-katholischen Gemeinde in Syrien und seinen Vater, Abraham Bedoyan, in Qamischli, nahe der Grenze zur Türkei."

Der Angriff wurde vom Islamischen Staat (IS) für sich beansprucht, so Nalbandian.

"Die lokalen Medien berichteten von drei Bombenanschlägen in Qamischli, die am gleichen Tag des Attentats verübt und auch vom IS beansprucht wurden." Es stehe zu befürchten, dass auch dies koordinierte Angriffe auf Christen in der Stadt waren, fügte er hinzu.

Zu den katholischen Rednern auf der Konferenz gehören Kardinal Peter Erdő, Primas von Ungarn und Erzbischof von Budapest; Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Antoine Camilleri, apostolischer Nuntius in Äthiopien, Bischof Oliver Dashe Doeme von Maiduguri, Nigeria, Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto, Nigeria, und Erzbischof Ephram Yousif Mansoor aus Bagdad, der den syrisch-katholischen Patriarchen von Antiochien, Ignatius Joseph III. Younan, bei der Konferenz vertrat.

Der ungarische Premierminister Viktor Orban hielt eine Grundsatzrede auf der Konferenz. US-Präsident Donald Trump schrieb einen Brief an die Konferenzteilnehmer, der auf der Konferenz laut vorgelesen wurde.

Die ungarische und die US-amerikanische Regierung haben sich im November darauf geeinigt, gemeinsam Wiederaufbau-Projekte in Qaraqosh zu finanzieren, der größten Stadt im Irak mit einer christlichen Bevölkerungsmehrheit.

"Die Ungarn glauben, dass christliche Werte zu Frieden und Glück führen, und deshalb besagt unsere Verfassung, dass der Schutz des Christentums eine Verpflichtung für den ungarischen Staat ist. Das verpflichtet uns, christliche Gemeinschaften in der ganzen Welt zu schützen, die unter Verfolgung leiden", sagte Orban.

"Die Ungarn machen 0,12% der Weltbevölkerung aus. Hat es einen Sinn, dass sich ein Land dieser Größe für den Schutz der Christen einsetzt? Unsere Antwort ist ja", sagte der Premierminister.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original der CNA.

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