Abkehr vom Glauben statt Erneuerung: George Weigel kritisiert deutschen "Synodalen Weg"

George Weigel
Foto: CNA/Petrik Bohumil

Der deutsche "Synodale Weg" stellt nach Einschätzung des Papstbiografen und Theologen George Weigel eine "doppelte Abtrünnigkeit" vom Glauben dar. Der prominente Publizist beschreibt in einem neuen Essay eine "Verflüssigung" des deutschen Katholizismus und kritisiert die Beschlüsse der jüngsten Vollversammlung in Frankfurt

"Das Ergebnis wird keine Erneuerung durch das Evangelium sein, sondern eine weitere Abkehr", schreibt Weigel, der zwanzig Ehrendoktorwürden und mehrere päpstlichen Auszeichnungen erhalten hat. Eine Reihe seiner Bücher sind auch in deutscher Sprache erschienen.

Seine Kritik im Magazin "First Things" ist deutlich: "Die erste Abtrünnigkeit besagt stillschweigend, aber unmissverständlich, dass die göttliche Offenbarung in Schrift und Tradition nicht für alle Zeit bindend sei. Der Herr Jesus sagt, dass die Ehe ewig ist; der 'Synodale Weg' kann das ändern."

Der heilige Paulus und die gesamte biblische Tradition würden lehren, dass gleichgeschlechtliche Aktivitäten gegen den göttlichen Plan für die menschliche Liebe verstoßen, "der darin besteht, dass wir als Mann und Frau geschaffen wurden; der 'Synodale Weg' kann das ändern, weil wir Postmodernen es besser wissen".

Darauf entgegnet er: "Zweitausend Jahre katholische Tradition, die von Papst Johannes Paul Il. 1994 endgültig bestätigt wurde, lehren, dass die Kirche nicht befugt ist, Frauen zum Diakonat, zum Priestertum oder zum Episkopat zu weihen, weil dies die bräutliche Beziehung des Hohenpriesters Christus zu seiner Braut, der Kirche, verfälschen würde; der Zeitgeist sagt, dass das Unsinn ist, und der deutsche Synodalweg stimmt mit dem Zeitgeist überein."

Den Kern des ersten Glaubensabfalls beschreibt er mit der verbreiteten Haltung in Deutschland, die Geschichte über den Glauben zu stellen und die Offenbarung von ihr beurteilen zu lassen. Diese Haltung gebe keine stabilen Bezugspunkte für das katholische Selbstverständnis: "Wir haben das Sagen, nicht Christus der Herr."

Der zweite Glaubensabfall lehre eine falsche Vorstellung von Freiheit als "Autonomie". Die Initiative "Neuer Anfang" hat den vollständigen Essay in deutscher Übersetzung veröffentlicht.

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