Abschied von Olimpia Konopka

Die langjährige Mitarbeiterin der Apostolischen Nuntiatur in Wien starb unerwartet am 9. Oktober 2019 in Polen

Schwester Olimpia Konopka SMCB
Foto: Angela Ambrogetti / ACI Stampa / CNA Deutsch
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Die ehemalige Generalvikarin der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus wurde am 14. Oktober von ihren Mitschwestern, Familie, Freunden und Stadtbewohnern in der feierlichen Trauermesse in der Hedwig-Basilika in Trzebnica (Trebnitz/Polen) verabschiedet.

Schwester Olimpia Teresa Konopka wurde am 15. Juli 1934 in Oberschlesien in Rudno (Kreis Gleiwitz) als jüngstes von sieben Kindern geboren. Am 3. November 1951 trat sie die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus in Trzebnica ein. Nachdem sie 1955 ihr Noviziat abgeschlossen hatte, legte sie ihre ersten religiösen Gelübde ab und drei Jahre später ihre ewigen Gelübde. Von Anfang an zeigte sie eine besondere Berufung als Katechetin und setzte ihr ganzes Herz für diesen Dienst ein. Sie suchte nach neuen Wegen und Methoden, um junge Menschen zu erreichen.

Im Januar 1977 stand Sr. Olimpia vor einer besonderen Aufgabe und Herausforderung – dem Aufbau einer neuen Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus in der Apostolischen Nuntiatur in Wien. Sie sollte die österreichischen Borromäerinnen ablösen, die seit dem Ende des 2. Weltkrieges in der Nuntiatur tätig waren und keine Nachfolgerinnen mehr für diesen Dienst zur Verfügung stellen konnten. Für damalige Zeiten des kommunistischen Systems in Polen waren solche Bestrebungen polnischer Ordensschwestern kaum zu verwirklichen. Jedoch durch ihre Bemühungen, Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit ist es den Borromäerinnen aus Trzebnica gelungen, eine Außenstelle der Ordensgemeinschaft in Österreich zu errichten – zuerst gemeinsam mit den österreichischen Barmherzigen Schwestern, dann selbstständig.

Zwanzig Jahre lang, von 25. Januar 1977 bis 5. Juli 1997, war für Sr. Olimpia Konopka die Apostolische Nuntiatur in Wien der Ort ihres Betens und Dienstes. Sie übernahm administrative Aufgaben und war von 1979 bis zum Dienstschluss Oberin der dortigen Ordensgemeinschaft. In Wien stand sie im Dienste dreier apostolischer Nuntien: Mario Cagna (1976–1984), Michele Cecchini (1984–1989) und Donato Squicciarini (1989–2002) unter drei Pontifikaten von Paul VI., Johannes Paul I. und Johannes Paul II. Schwester Olimpia beeindruckte viele mit ihrer zuverlässigen Aufgabenerfüllung und Präzision und wurde nicht nur von ihren direkten Vorgesetzten anerkannt. Sie war hoch angesehen, respektiert und geehrt und hatte während ihres Dienstes in der Wiener Nuntiatur die Gelegenheit, mit vielen Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Kultur in Berührung zu kommen.

Ihr persönlicher Kontakt zu Johannes Paul II., der während seiner drei apostolischen Reisen nach Österreich (1983, 1988, 1998) in der vatikanischen Botschaft wohnte, war für sie eine große Ehre. 1997 kehrte sie nach Trzebnica zurück, nachdem das Generalkapitel sie zur Generalvikarin gewählt hatte. Sie hatte diese Position für zwei Amtszeiten bis 2009 inne.

Von 2002 bis zu ihrem Lebensende war sie Kustodin des von ihr gegründeten Klostermuseums – des Historischen Zisterzienser-Klostermuseums der Borromäerinnen in Trzebnica, das sie ständig verbesserte und vervollständigte. Das Museum, das von zahlreichen Touristen und Interessierten aus dem In- und Ausland besucht wird, ist zu ihrer großen Leidenschaft und Lebensaufgabe geworden. Man bewunderte ihre heldenhafte Arbeit an der Archivierung von Dokumenten und Denkmälern des Klosters, das als ehemaliges Zisterzienser-Kloster zu den weltweit acht internationalen katholischen Heiligtümern gehört.

Schwester Olimpia verdiente besondere Anerkennung für die Pflege der Renovierung wertvoller Gemälde und historischer Gegenstände sowie für die große Fähigkeit, die Mittel zu beschaffen, die zur Rettung dieser Vermögenswerte benötigt wurden. Durch ihre Aktivitäten wurde sie von Kultur- und Kunstexperten geschätzt und respektiert. Darüber hinaus war Sr. Olimpia Übersetzerin und Autorin zahlreicher Veröffentlichungen, Artikel und wissenschaftlicher Arbeiten, darunter über den herausragenden schlesischen Bildhauer Bruno Tschötschel, die ihre Liebe und Verbundenheit zur Kongregation und zum geistlichen Erbe der hl. Hedwig sowie zur Stadt Trzebnica, mit der sie fast ihr ganzes Leben lang verbunden war, bestätigt.

Während der Trauerzeremonie wurde ihr großes Engagement für die Kongregation und für die Stadt Trzebnica immer wieder zum Ausdruck gebracht. Man betonte die Bewunderung und den Respekt für Schwester Olimpia Konopka als einen Menschen von großem Glauben, immenser Liebe für die Welt und die Mitmenschen, voller Güte und einem würdigen Vorbild für zukünftige Generationen.

Ihr Fleiß, ihre Zuverlässigkeit und ihre langjährige Arbeit wurden vielfach gewürdigt. Papst Johannes Paul II. ehrte Schwester Olimpia Konopka im Jahre 1996 mit dem Kreuz "Pro Ecclesia et Pontifice", das für "diejenigen errichtet wurde, die sich durch herausragenden Dienst und Eifer auszeichnen". Für ihre Verdienste um die Republik Österreich erhielt sie 2005 vom Präsidenten der Republik Österreich das Goldene Verdienstzeichen. 2018 wurde sie vom Bürgermeister für die "Verdienst der Gemeinde Trzebnica" gewürdigt.
Schwester Olimpia Konopka starb unerwartet am 9. Oktober 2019 während ihres Urlaubsaufenthalts am polnischen Meer in Misdroy im Haus der Borromäerinnen "Stella Matutina" im Alter von 85 Jahren im 64. Jahr ihres Ordensgelübdes. Sie wurde auf dem Pfarrfriedhof in Trzebnica beigesetzt.

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