Aktivisten entschuldigen sich bei fälschlich des Missbrauchs angeklagten Priester

Priester (Symbolbild)
Foto: Pixabay
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Das Netzwerk der Opfer Sexuellen Missbrauchs durch Priester ("Survivors Network of those Abused by Priests", abgekürzt SNAP) hat sich für den falschen Vorwurf gegen einen Priester, sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen verübt zu haben.

Die Entschuldigung wurde auf der Website der Erzdiözese St. Louis am 27. November veröffentlicht.

Pater Xiu Hui "Joseph" Jiang war eines unsittlichen Verhaltens gegenüber einer Jugendlichen beschuldigt worden, welche die Basilika von St. Louis frequentierte, in der Pater Jiang als Mitarbeiter tätig war. 

Die Strafanzeige, die gegen den Priester erhoben worden war, wurde 2015 fallengelassen.

Pater Jiang wurde auch einem Lügendetektortest unterzogen, bei dem er bestritt, je Missbrauch an Jugendlichen verübt zu haben, wie die Tageszeitung St. Louis Post-Dispatch berichtete.

Das Netzwerk SNAP versicherte in seiner Mitteilung, dass die Verantwortlichen der Organisation  "nie jemanden fälschlicherweise eines Verbrechens angeklagt sehen wollten."

"Sicherlich passiert es, dass Priester fälschlicherweise des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden", räumten sie ein.  

"SNAP entschuldigt sich für alle falschen oder ungenauen Erklärungen, die das Netzwerk selbst oder dessen Vertreter abgegeben hatten, in Zusammenhang mit den Anschuldigungen gegen Pater Joseph Jiang, und die dafür verantwortlich waren, dass er selbst- Pater Joseph Jiang -,  Erzbischof, Robert J. Carlson, Monsignore Joseph D. Pins und die Erzdiözese St. Louis Verunglimpfung erlitten haben".

Ebenso entschuldigte sich SNAP für den Schaden, den die falsche Vorwürfe für die Priester an sich und für die katholische Kirche insgesamt verursachen könnten.

Die Erzdiözese St. Louis erklärte ihrerseits in einer Mitteilung, dass die Entschuldigung "Teil einer Vereinbarung mit dem Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP), im Rahmen einer Verleumdungsklage sei, die Pater Jiang 2015 erhoben hatte.

Nachdem Pater Jiang die Vorwürfe gegen seine Person zurückgewiesen hatte, reichte er Klage gegen die Verantwortlichen von SNAP und gegen die Eltern der Jugendlichen, die ihn angeklagt hatte, ein – aufgrund der schädlichen Auswirkungen, die die falschen Beschuldigungen auf sein Leben hatten.

2016 urteilte ein Bundesrichter, dass SNAP falsche Anklagen gegen Pater Jiang erhoben hatte, "fahrlässig und mit unkluger Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit."

Der erste Teil der Klage wurde im Oktober diesen Jahres geklärt. Ein Bundesrichter lehnte den zweiten Teil der Klage Anfang diesen Monats ab, mit der Begründung, dass sehr viel Zeit vergangen wäre, bevor der Priester sich entschieden hätte, der Klage weitere Teile hinzuzufügen.

Im Januar 2017 reichte eine ehemalige Angestellte von SNAP,  Gretchen Rachel Hammond, eine Klage gegen die Organisation ein, und versicherte, dass SNAP "Schmiergelder" von Rechtsanwälten annehme, denen sie angebliche Opfer zuspiele.

SNAP bestritt diese Vorwürfe; die Präsidentin der Organisation, Barbara Blaine, trat jedoch kurz nach Einreichung der Klage zurück.

"SNAP strebt nicht an, Überlebende zu schützen oder ihnen zu helfen. Es beutet sie aus", so Hammond in ihrer Anklage.

Übersetzt von Susanne Finner.

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