Algerische Märtyrer werden in Oran seliggesprochen

Trappist beim Gebet
Foto: Wikimedia / Daniel Tibi (CC BY 2.0)
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Die algerische Regierung hat einem Seligsprechungsmesse für die sieben französischen Trappistenmönche zugestimmt, die 1996 im Land gemartert wurden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Die Seligsprechung werde "in den nächsten Wochen in Oran" stattfinden, sagte der algerische Außenminister Abdelkader Messahel am 10. April gegenüber dem Fernsehsender France 24.

Im Januar hatte Papst Franziskus die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse ermächtigt, das Martyrium von Bischof Pierre Claverie, OP und seiner 18 Gefährten anzuerkennen; Männer und Frauen, die zwischen 1994 und 1996 als Blutzeugen des Christentums in Algerien starben.

Der Dominikaner Claverie war ein französischer Algerier und von 1981 bis zu seinem Martyrium am 1. August 1996 der Bischof von Oran. Er und seine Gefährten wurden während des algerischen Bürgerkriegs von Islamisten getötet.

Die bekanntesten von Claveries Gefährten sind die sieben Mönche von Tibhirine, die im März 1996 aus ihrem Trappistenkloster entführt wurden.

Sie wurden als Geiseln gehalten, um die Freilassung mehrerer inhaftierter Mitglieder der bewaffneten islamischen Gruppe Algeriens zu erreichen, und wurden im Mai hingerichtet. Ihre Geschichte wurde 2010 in dem französischen Film "Gods and Men" erzählt, der den Grand Prix der Filmfestspiele von Cannes.

Der Prior des Klosters, Pater Christian de Chergé, suchte einen friedlichen Dialog mit der muslimischen Bevölkerung der Region und stellte den Einheimischen Arbeitsplätze, medizinische Versorgung und Bildungsmittel zur Verfügung.

Dom Christian akzeptierte, dass die politischen Spannungen, islamistische Ideologien und gewalttätigen Milizen eine Bedrohung für sein Leben darstellten.

Nach Angaben des Trappistenordens schrieb er einen Brief an seine Gemeinde und Familienmitglieder, in dem er den Frieden schildert, den er darin fand, sein Leben Gott zu geben.

"Wenn es eines Tages passieren sollte - und es könnte schon heute der Fall sein -, dass ich ein Opfer des Terrorismus werde, der jetzt scheinbar im Begriff ist, alle in Algerien lebenden Ausländer zu verschlingen, möchte ich, dass meine Gemeinde, meine Kirche und meine Familie sich daran erinnern, dass ich mein Leben Gott und diesem Land gegeben habe", sagte er.

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