Kirchenkrise: Kardinal bittet, auch auf die treuen Priester zu schauen

Priesterweihe
Foto: Daniel Ibáñez / CNA
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Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), Kardinal Gualtiero Bassetti, hat Katholiken aufgefordert, nicht nur auf die weltweite Plage des sexuellen Missbrauchs und dessen systematische Vertuschung zu schauen, sondern auch auf "die große Menge treuer und armer Priester, die die Menschen lieben."

Der Kardinal sagte dies in einem Interview mit dem Sender "TV2000".

"Es sind schreckliche Dinge geschehen, aber es gibt auch eine Menge treuer Priester, die die Menschen lieben."

Kardinal Bassetti beklagte in diesem Gespräch vom 23. September auch den Skandal des vertuschten und verschwiegenen Missbrauchs durch Bischöfe, Priester und andere.

"Das Evangelium sagt, dass es gut ist, dass es Skandale gibt, insofern sie die Wahrheit ans Licht bringen; denn der größte Skandal wäre, die Wahrheit zu verschleiern" mahnte er.

Der Vorsitzende der CEI erklärte weiter, dass "es in der Kirche immer Skandale gegeben hat; sicher, heute werden sie durch die Kommunikationsmittel offenbart, die früher in ihrer Härte weniger effektiv waren. Es sind wirklich schreckliche Dinge geschehen, die erschaudern lassen. Angesichts all dessen, sprechen wir unser Urteil aus, so wie es der Herr aussprechen würde." 

Trotzdem - sagte er den Katholiken - müsse man "zusammen mit dieser Plage in der Kirche auch auf die Menge an treuen und armen Priestern blicken, die die Leute lieben."

"Als ich mit den anderen Bischöfen aus den europäischen Bischofskonferenzen gesprochen habe, sagte man mir: 'Eure Kirche [in Italien, Anm.d.R.] ist immer noch eine Volkskirche, denn die Priester sind bei den Leuten und mögen die Leute'".

Gerade diese positiven Aspekten der Kirche sollten aber auch genutzt werden, und die Krise selbst verdammt werden. "Ich verurteile den Skandal, nicht die Person. Die Person wird einst vor Gott selbst stehen", so der Kardinal.

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