Asia Bibi: Im Oktober letzte Möglichkeit, ihren Tod in Pakistan zu verhindern

Eisham, die Tochter von Asia Bibi, bei der Konferenz "Wir sind alle Nazarener"
Foto: ML/Maslibres.org via ACI Prensa
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Asia Bibi, die seit sechs Jahren wegen eines angeblichen Verbrechens gegen das umstrittene Blasphemiegesetz Pakistans unschuldig inhaftierte Christin, wird in der zweiten Oktoberwoche ihre letzte Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof Pakistans haben.

Diese Anhörung stellt für Bibi die letzte Möglichkeit dar, das Todesurteil aufzuheben, das über sie gefällt wurde, weil sie 2009 Wasser aus einem Brunnen für muslimischen Bedarf getrunken hatte.

Der Islam sieht die Christen als unrein an, so dass der Brunnen, nachdem Bibi daraus getrunken hatte, auch unrein wurde.

Asia Bibi wurde aufgrund dieses angeblichen Verbrechens gegen das Blasphemiegesetz 2010 vom örtlichen Gericht in Punjab zum Tode verurteilt. Das Oberste Gericht Pakistans hatte das Urteil sieben Mal verzögert, bis es im Jahr 2014 das Todesurteil betätigte, das anfänglich von diesem lokalen Gericht verhängt worden war.

Der Oberste Gerichtshof Pakistans nahm den Antrag auf Revision des Falles im Juli 2015 an und nun wird diese Anhörung stattfinden.

Wie der Anwalt Asia Bibis, Said-ul-Malook, gegenüber den örtlichen Medien erklärte, bewerte er die Aussichten vor dieser Verhandlung am Obersten Gerichtshof als "optimistisch", da "verlangt wird, die Beleidigung zu beweisen, und das ist in diesem Fall nicht möglich".

Khalil Tahir Sindhu seinerseits, Minister für Menschenrechte und Minderheiten bei der Regierung der Provinz Punjab (Pakistan) versichert, dass er darauf vertraue, dass "Asia Bibi freigesprochen werden wird".

Die Gegend von Punjab ist ist jene, in der die meisten Christen in Pakistan leben. Die Christen stellen 1,8 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes dar.

In einem kürzlich auf Vatican Insider veröffentlichten Interview versicherte Minister Sindhu, dass für Asia Bibi "das Ende ihres Kreuzweges nahe sei". Er präzisierte, dass sie in der Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof im Monat Oktober "freigesprochen werden wird".

"Als Anwalt habe ich den Fall eingehend studiert und Elemente zugunsten von Asia gesehen. Deshalb erwarte ich einen Freispruch."  

In diesem Interview gibt der pakistanische Minister für Minderheiten an, dass die "Anklagen eindeutig fabriziert worden sind. Die Beweise sind nicht ausreichend. Zunächst einmal, weil der Imam, der sie angeklagt hatte, im Moment der angeblichen Gotteslästerung nicht einmal zugegen war."

"Dann gibt es auch eine Verzögerung von fünf Tagen zwischen dem Vorfall und dem Einreichen der Anklage bei der Polizei. Dies widerspricht einem der grundlegendsten Prinzipien der Strafjustiz und bestärkt die Hypothese der Verschwörung. Der Druck von Seiten der islamischen Extremisten hat das Urteil bestimmt. Wir werden alles nur Mögliche tun, um Asia zu retten. Ich bete jeden Tag den Rosenkranz für sie. Auch Gott wird ihr helfen."

Wie Joseph Nadeen, einer der Anwälte Asias zu CNA sagte, verschob sich die für März vorgesehen Anhörung Asia Bibis, da der Leibwächter Mumtaz Qadri den Gouverneur der Provinz Punjab, Sulman Taseer, ermordet hatte, nachdem dieser Asia Bibi im Gefängnis von Sheikhupura einen Besuch abgestattet hatte.

Mumtaz Qadri wurde zum Tod verurteilt, was islamische Extremisten und Fundamentalisten zum Anlass nahmen und ausnutzten, um erneut die Hinrichtung Asia Bibis zu fordern.

Die Hinrichtung Qadris wurde vollstreckt, während hingegen jene von Bibi noch von dieser letzten Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof Pakistans abhängt, auf die man nun wartet.