Belgische Brüder der Nächstenliebe trennen sich von Euthanasie-Befürwortern

Referenzbild Euthanasie
Foto: Video_Creative/Shutterstock
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Die Brüder der Nächstenliebe, eine belgische Ordensgemeinschaft, trennt sich von zwei Vorstandsmitgliedern, die aktive Sterbehilfe in Krankenhäusern des katholischen Ordens verüben lassen wollen.

Die ehemaligen Vorstandsmitglieder befürworten die Euthanasie von Menschen, wie sie in Belgien gesetzlich erlaubt und durchgeführt wird.

Luc Lemmens, 61, und Veron Raes, 57, wurden Ende September darüber informiert, dass ihr Mandat nicht verlängert werde.

Die Brüder der Nächstenliebe - auf flämisch Broeders van Liefde - ist eine 1807 in Belgien gegründete Ordensgemeinschaft von Laien, deren Spezialgebiet die Betreuung von physisch wie psychisch Kranker ist.

In Belgien betreiben die Broeders 12 psychiatrische Krankenhäuser, die von einer gemeinnützigen Gesellschaft geleitet werden, die ebenfalls "Brüder der Nächstenliebe" genannt wird.

Der Vorstand dieser Gesellschaft besteht aus 15 Mitgliedern, aber nur drei von ihnen sind Ordensbrüder. Vorsitzender ist der ehemalige belgische Premierminister Hermann van Rompuy. Der Politiker hat sich in dem Fall persönlich und öffentlich gegen Anweisungen des Vatikans gestellt, wie CNA Deutsch berichtete.

Lemmens und Raes waren zwei der drei Mitglieder der Brüder der Nächstenliebe, und sie waren nicht gegen das neue Protokoll, das Anfang 2017 herausgegeben wurde. Das Protokoll interpetiert die aktive Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen zu einer "medizinischen Handlung" um.

Das Protokoll wurde von Br. René Stockman, dem General der Kongregation, sowie von der belgischen Bischofskonferenz und der Kongregation für die Glaubenslehre heftig kritisiert.

Der Vorstand wurde vom Vatikan einberufen, und eine Sitzung soll im ersten Halbjahr 2018 stattgefunden haben, obwohl kein offizieller Termin mitgeteilt wurde.

Br. Stockman kämpfte darum, die Krankenhäuser des Ordens von der Ausübung von Euthanasie abzuhalten, und hatte dazu mehrere Treffen im Vatikan.

Das 23. Generalkapitel der Gemeinde fand im Juli statt, und Br. Stockman wurde als Generaloberer der Gemeinde bestätigt. Die Richtlinien des Kapitels lehrten die Mitglieder, "radikal in der Prophetie zu sein", und Stockmans Wahl wurde als Zeichen dafür gewertet, dass die Anti-Euthanasie-Linie von der Mehrheit der Brüder befürwortet und unterstützt wird.

Eine erwartete Entscheidung des Heiligen Stuhls wird nun mit einer endgültigen Entscheidung über die Situation der Krankenhäuser erwartet. Gerüchten zufolge könnten die Brüder der Nächstenliebe ihre Patenschaft der Krankenhäuser aufgeben, wenn diese ihrem Antrag auf Rücknahme des Euthanasieprotokolls nicht nachkommen sollten.

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