Bischof Bätzing sendet Segenswünsche, fordert entschiedenen Kampf gegen Antisemitismus

Bischof Georg Bätzing
Foto: Bistum Limburg

Anlässlich des am kommenden Montag (6. September 2021) beginnenden jüdischen Neujahrsfestes Rosch haSchana übermittelt der Vorsitzende der  Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, sowie allen jüdischen Mitbürgern Friedens- und Segenswünsche.

Das teilte die Bischofskonferenz am heutigen Freitag mit. 

 

Bischof Bätzing würdigt in seinem Grußwort das Jubiläum 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, durch das – trotz der Coronavirus-Pandemie – die Vielfalt jüdischen Lebens von der Spätantike bis in die Gegenwart bewusst gemacht werde.

"Der Blick auf 1700 Jahre jüdisches Leben entdeckt tiefe Ambivalenzen. Der religiösen und kulturellen Vitalität jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschland und dem außerordentlichen Beitrag, den Jüdinnen und Juden zur deutschen Politik, Kultur und Gesellschaft geleistet haben, stehen soziale Ausgrenzung, Verfolgungen und Pogrome gegenüber, an denen leider auch Christen beteiligt waren – bis hin zur Shoah", so Bätzing. Daher sei es wichtig, dass alle Seiten der jüdischen Geschichte in Deutschland über das Festjahr hinaus erinnert würden. 

 

Der Prälat fügt hinzu, dass diese Ambivalenzen auch die Gegenwart prägten. Er erinnert unter anderem an die Errichtung eines Militärrabbinats in Berlin und an die Eröffnung des Europäischen Zentrums für Jüdische Gelehrsamkeit in Potsdam als sichtbaren Ausdruck lebendigen Judentums.

"Leider ist aber auch der Antisemitismus in den vergangenen Jahren sichtbarer und lauter geworden. Antisemitische Angriffe gegen Jüdinnen und Juden oder gegen jüdische Einrichtungen, Anfeindungen und Beleidigungen finden sich immer noch im Alltag, und im Internet oder auf Demonstrationen", so Bischof Bätzing.

Er hoffe, dass der neu gewählte Bundestag und die neue Bundesregierung den Kampf gegen alle Formen des Antisemitismus entschlossen und mit geeigneten Maßnahmen fortsetzen werden. Die katholische Kirche werde diese Maßnahmen nach Kräften unterstützen. Bischof Bätzing: "Für mich besteht kein Zweifel: 'Ein Christ kann kein Antisemit sein' (Papst Franziskus)".

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