Bischof Bätzing: Wir bleiben katholisch, „aber wir wollen anders katholisch sein“

Papst Franziskus mit den deutschen Bischöfen, 17. November 2022
Foto: Vatican Media

Bei einer Pressekonferenz am Samstagmorgen in Rom hat Bischof Georg Bätzing nachdrücklich betont, die Teilnehmer am Synodalen Weg wollten katholisch bleiben, „aber wir wollen anders katholisch sein“. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zog sein Fazit zum Abschluss des ad-limina-Besuchs der deutschen Bischöfe bei Papst Franziskus und verschiedenen römischen Dikasterien.

„Ich kann ehrlichen und erleichterten Herzens sagen: Ja, es war ein herausfordernder Besuch“, hielt Bätzing zu Beginn der Pressekonferenz in seiner Stellungnahme fest, die von der DBK auch in schriftlicher Form veröffentlicht wurde. „Und ja, es sind alle, wirklich alle Themen auf den Tisch gekommen – und zwar an ganz verschiedenen Orten, sei es beim Papst, sei es in den Dikasterien oder beim gestrigen interdikasteriellen Treffen zu einigen Fragen des Synodalen Weges der Kirche in Deutschland.“

Dikasterien

Bätzing hob die unterschiedliche Qualität der Gespräche mit den verschiedenen römischen Dikasterien hervor. Er betonte, „einige“ Dikasterien hätten sich professionell vorbereitet und „in einigen Dikasterien“ sei „eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit von Bischöfen, Priestern und Laien – und zwar auf allen Ebenen – erkennbar“.

Zum interdikasteriellen Treffen am Freitag ergänzte der DBK-Vorsitzende die Aussagen der noch am Abend veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit dem Heiligen Stuhl und sagte: „Ich bin dankbar, dass die Bedenken, die es in Rom gibt, offen vorgetragen wurden. Und ebenso dankbar bin ich, dass die Sorgen und Auffassungen aus unserer Bischofskonferenz – quer durch alle Themen – gehört wurden. Das interdikasterielle Treffen war für mich ein Zeichen, dass wir – trotz widersprechender Auffassungen – gemeinsam auf dem Weg bleiben.“

„Die Kirche in Deutschland geht keinen Sonderweg und sie wird auch keine Entscheidungen treffen, die nur im universalkirchlichen Kontext möglich wären“, so Bätzing. „Aber die Kirche in Deutschland will und muss Antworten geben auf jene Fragen, die die Gläubigen stellen.“

Auf Nachfrage erläuterte Bätzing später: „Das Kommuniqué geht aus vom Heiligen Stuhl und wir haben daran mitgearbeitet und konnten unsere Dinge eintragen.“

„Das ist keine Sprache, die man in Deutschland spricht“, sagte der DBK-Vorsitzende mit Blick auf eine Stelle in der Erklärung, wo es heißt: „Gleichzeitig waren sich alle bewusst, dass sie mit dem gesamten heiligen und geduldigen Gottesvolk auf dem Weg sind, auch wenn verschiedene Positionen aufeinanderstoßen.“

In Wirklichkeit sei das Gottesvolk in Deutschland „sehr ungeduldig, es ist nicht geduldig“. Eine derartige Formulierung sei „höhnisch“. Es gebe erheblichen Druck. Dies auszusprechen, „wäre vielleicht wahrhaftiger gewesen“, so Bätzing. Er tue sich mit einigen Wendungen im Kommuniqué „eher schwer“.

Bätzing, der Bischof von Limburg, schilderte auch den Eindruck der römischen Dikasterien, in den Texten des Synodalen Wegs werde eine „andere Kirche“ beschrieben und nicht „eine Kirche, die sich verändert“.

Was etwa die vom Synodalen Weg ins Auge gefasste Frauenordination angehe, sei für Rom „ganz klar die Perspektive, diese Frage ist geschlossen“. Man sage aber beim Synodalen Weg gar nicht, dass diese Frage nicht geschlossen sei, sondern dass sie weitergehe, so Bätzing. Und weiter: „Es hilft nichts. Sie ist da. Also muss sie bearbeitet werden. Und wir bitten darum, Argumente zu hören.“

Papst Franziskus

In seiner Stellungnahme zu Beginn der Pressekonferenz sprach der Bischof auch über das Treffen mit Papst Franziskus am Donnerstag. Das Gespräch habe „uns ermutigt. Auch da sind die unterschiedlichen Positionen in unserer Bischofskonferenz vorgebracht worden. Der Heilige Vater hat uns deutlich gemacht, dass Spannungen notwendig sind, unter welchen Spannungen er steht und dass zur Lösung Mut und Geduld notwendig sind.“

Dass der Papst nicht, wie noch am Freitagmorgen angekündigt, am interdikasteriellen Treffen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und den Leitern einiger anderer Dikasterien teilnahm, sah Bätzing als letztlich durchaus positiv: „Der Papst ist ein schlauer Jesuit. Der hat uns mal untereinander als Brüder ringen lassen.“

Klarheit

Deutsche Bischöfe, die den Beschlüssen des Synodalen Weg eher kritisch gegenüberstehen, hätten Fragen gestellt, um „für Klarheit zu sorgen“ und „klare Antworten“ auf Fragen zu bekommen im Sinne von: „Geht das oder geht das nicht?“

Bätzing betonte: „Und es gab keine klare Antwort. Dafür bin ich dankbar.“

Es könnte sein, so der DBK-Vorsitzende, dass die römische Kurie „ihre Einwände, ihre Bedenken“ noch einmal zusammenfasse. Das müsse man ernstnehmen, aber der Synodale Weg habe seine Beschlüsse gefasst, etwa mit Blick auf den Synodalen Rat.

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