Bischof Feige feiert 50 Jahre Wiederbelebung von Kloster Huysburg

Kloster Huysburg
Foto: Wolkenkratzer / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat am Sonntag das 50-jährige Jubiläum des Neubeginns klösterlichen Lebens auf der Huysburg gefeiert. Das Kloster war im September 1972 wiederbesiedelt worden, nachdem durch die Säkularisation 1804 rund 800 Jahre geistlichen Lebens ein abruptes Endes gefunden hatten.

"Klöster benediktinischer Prägung" seien immer schon "Orte gelebten Christentums und segensreicher Wirksamkeit, Stätten einer vorbildlichen Liturgie, von Kultur und Bildung, aber auch der Sorge für Arme und Kranke und die Aufnahme von Fremden" gewesen, erläuterte Feige in seiner Predigt. Benediktinerklöster seien "aus der Geschichte Europas nicht wegzudenken".

"Andererseits sind alle Ordensleute durch ihre Lebensweise von Anfang an auch ein 'Stachel im Fleisch' der Kirche gewesen, die immer in der Gefahr ist, sich zu sehr in der Welt einzurichten und zu erstarren", so Feige weiter. "Denn die Lebensform von Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam liegt quer zu den unmittelbaren Bedürfnissen und Strebungen des Menschen. Wenn sie jedoch als Gnadengabe angenommen wird, kann sie zu einem starken Zeichen der Hoffnung werden.

Feige sprach auch über die besondere Bedeutung von Frieden in der Regel des heiligen Benedikt, wo es heißt: "Nach einem Streit noch vor Sonnenuntergang zum Frieden zurückkehren."

"Diese Weisung zeugt von einer tiefen Menschenkenntnis", sagte Feige. "Benedikt weiß wohl aus eigener Erfahrung, wie schnell wir uns im Alltag gegenseitig verletzen können, oft auch ganz unabsichtlich. Er weiß auch, dass wir dazu neigen, den Ärger über andere in irgendeiner Weise zu 'kultivieren': die einen, indem sie ihn hinunterschlucken und ihn buchstäblich in sich hineinfressen, die anderen, indem sie es dem Gegenüber mit gleicher Münze heimzahlen. Er weiß, dass man manchmal beim besten Willen keine positiven Gefühle denen gegenüber aufbringen kann, mit denen man gerade in Konflikt geraten ist."

Ministerpräsident Reiner Haseloff von Sachsen-Anhalt hatte neben zahlreichen anderen Gläubigen am Festgottesdienst in der Klosterkirche teilgenommen.

Das könnte Sie auch interessieren: