Bischof Meier zu Oster-Beschluss der Regierung: "Wie eine kalte Dusche"

Bischof Bertram Meier am 31. Januar 2021
Foto: Maria Steber / pba

Die Kritik an der "Bitte" der Bundesregierung und Länder, an Ostern keine heiligen Messen und Gottesdienste zu feiern, wird lauter und schärfer. 

Zu den heutigen Beschlüssen der Bayerischen Staatsregierung im Nachgang zur gestrigen Sitzung der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs, in dem Religionsgemeinschaften "aufgerufen" werden, "religiöse Versammlungen nicht in Präsenz, sondern nur virtuell durchzuführen", erklärte heute Nachmittag der Augsburger Bischof Bertram Meier:

 "Wie vor Weihnachten, so jetzt für Ostern. Die Drehbücher ähneln sich. Kurz vor den Festen wird an die Kirchen appelliert, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten und sich auf virtuelle Angebote zu konzentrieren."

Der Bischof erklärte weiter: "Diese Initiative hat mich überrascht wie eine kalte Dusche. Ich weiß, wie viel Zeit und Mühe die Priester, in der Seelsorge Tätige und ehrenamtliche Frauen und Männer seit Wochen investieren, um die Gottesdienste trotz aller Einschränkungen würdig und froh zu feiern. Unsere ausgefeilten Hygienekonzepte haben dazu beigetragen, dass mir kein Fall im Bistum bekannt ist, der als Corona-Infektionsherd identifiziert wurde". 

Mit Blick auf die Aussagen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte Bischof Meier: "Unser Ministerpräsident spricht ja von Gesprächen, die in den nächsten Tagen mit der katholischen Kirche geführt werden sollen".

"Offene Gespräche sind meist das Gegenteil von öffentlichen Gesprächen. So hoffe ich, dass der partnerschaftliche Dialog zwischen der Regierung und den Kirchen in das Ergebnis mündet, doch öffentliche Präsenzgottesdienste mit strengen Auflagen feiern zu können. Denn die Kirche ist keine virtuelle Organisation, sondern eine lebendige Gemeinschaft", so der Augsburger Hirte abschließend.

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