"Ohne Vorwarnung": Katholiken kritisieren Beschluss der Regierung zu Ostern (UPDATE)

Illustration
Foto: Thom Milkovic / Unsplash (CC0)

Die Entscheidung der deutschen Regierung, ausgerechnet am wichtigsten Fest der Christen den Kirchgang ausfallen lassen zu wollen, kam völlig überraschend: Am heutigen Montag haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer mitgeteilt, von genau Gründonnerstag bis Ostermontag den "Lockdown" erneut zu verschärfen und angekündigt, heilige Messen sowie andere Gottesdienste bitte abzusagen: Diese sollten stattdessen virtuell gefeiert werden, so die überraschende "Bitte" der Regierung.

Gleichzeitig bezeichneten Kanzlerin Merkel und die Länderchefs die Maßnahme wörtlich als "Erweiterte Ruhezeit zu Ostern", während der am Gründonnerstag und Karsamstag zudem laut dem Beschluss – hier der volle Wortlaut – als "Ruhetage festgelegt werden". 

Der Schritt löste in den Sozialen Medien Unverständnis und scharfen Protest von Katholiken aus. Bischof Georg Bätzing, amtierender Vorsitzender der Bischofskonferenz, teilte in einer ersten Stellungnahme mit:

"Wir sind überrascht worden. Ostern ist das wichtigste Fest für uns, Gottesdienste sind kein Beiwerk. Zu Weihnachten haben wir gezeigt, wie wir mit Vorsicht Messe feiern können. Darauf wollen wir Ostern nicht verzichten. Wir werden es in die Gespräche einbringen".

Dagegen verlautbarten zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs am 23. März: "Bund und Länder werden auf die Religionsgemeinschaften zugehen mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen". Eine Formulierung, die nicht nur praktizierenden Katholiken wie zynischer Hohn vorkomme, so ein Kleriker gegenüber CNA Deutsch: "Es gibt keine virtuelle Auferstehung. Und bevor jetzt wieder ein vermeintlicher Theologie-Experte erwidert, Ostern finde ja eh statt – der hat nicht begriffen, worum es hier geht. Und was die Folgen einer solchen Entscheidung sein werden". Unklar sei, mit welcher Begründung gerade Kirchen an Ostern geschlossen bleiben sollten: Deren strengen Abstandsregeln und weiteren Hygienevorschriften – FFP2-Mundschutz, Gesangsverbot, Desinfektionsmittel – gelten seit Monaten und würden erfolgreich eingehalten. 

Weitere Quellen bestätigten gegenüber CNA Deutsch, dass Bischöfe noch am Vormittag "eine Menge Protest-Mails" erhalten hätten.

Die Ansage der Politik ist scheinbar klar: Bis Ostern werde es keine Lockerungen geben, dann folge der noch härtere "Oster-Lockdown" vom Gründonnerstag bis Ostermontag – dem 1. bis 5. April. Danach könnte dann "Stück für Stück über Öffnungen nachgedacht werden", so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Kanzlerin Merkel sagte mit Blick auf das Impfungs-Chaos in Deutschland, es sei "ganz eindeutig Licht am Ende des Tunnels" zu sehen.

Während die Kirchen virtuell feiern sollen, werde etwa am Karsamstag die Lebensmittelhandel offen haben, so Merkel. Grundsätzlich gelte aber eine sogenannte "erweitere Ruhezeit": Andere Geschäfte bleiben geschlossen. Weitere Maßnahmen des "harten" Lockdowns sind unter anderem eine nicht verpflichtende "Bitte", nicht zu verreisen. Die Reisebranche zeigte sich am heutigen Montag denn auch erleichtert. 

Diese Meldung wird laufend aktualisiert.

Das könnte Sie auch interessieren: 

;