Bischof Oster: Zukunft für gläubige Menschen "nicht leichter, sondern eher noch schwerer"

Bischof Stefan Oster am 17. April 2022 in Marktl am Inn
Foto: stefan-oster.de / A. Kleiner

Zur Ausrufung der Maria-Hilf-Woche im Bistum Passau sagte Bischof Stefan Oster am Dienstag, die Zukunft werde für gläubige Menschen "nicht leichter, sondern eher noch schwerer werden, eher herausfordernder".

"Der Kampf um die Kirche, um das, was sie im Innersten ist, wird womöglich massiver werden", so Oster. "Vielleicht werden wir noch mehr Austritte erleben und Menschen, die sich enttäuscht von der Kirche abwenden. Womöglich liegt das tatsächlich auch an mir selbst und an manchen von uns, die wir alle berufen sind, ein kräftiges Zeugnis zu geben, es aber oft nur schwächlich tun."

"Unser Zeugnis ist vor allem die Freude, die Freude zu Jesus zu gehören, die Freude Kinder dieser Kirche zu sein, Kinder der Mutter Gottes und Geschwister Jesu", erklärte der Bischof. "Wir dürfen im Glauben schon erspüren, wo wir endgültig zuhause sein werden. Wir sehen innerlich den Himmel schon offen für uns alle."

Christus wolle "uns in diesen Zeiten weder demütigen noch beschämen. Er will uns ermutigen, froh und dankbar unser Zeugnis in Wort und liebender Tat all denen zu geben, die mit uns sind."

Bischofsweihe vor acht Jahren

Oster war am 24. Mai 2014 zum Bischof von Passau geweiht worden. Damals habe er das Bistum "und alle, die in ihm Gott suchen und glauben wollen, unter den besonderen Schutz der himmlischen Frau stellen wollen. Auch mich und meinen Dienst."

Der Zweck sei gewesen, "in ihrer Nähe und mit ihrer Hilfe" dem Herrn näherzukommen und "das tiefe Geheimnis der Kirche" wahrzunehmen. "Und auf dass wir beschützt seien vor dem, was sich in diesen Zeiten auch im geistlichen Kampf gegen die Kirche und damit auch gegen uns richtet."

Von Maria her "sehen wir, dass die Kirche so viel mehr ist als Strukturen, als Macht, als Skandale, als die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen und ihren Reizthemen. Kirche ist von innen her Gegenwart Jesu. Sie ist seine Einladung, kirchliche Menschen zu werden. Menschen, in denen er selbst Wohnung nimmt, weil sie ihn lieben und weil sie immer mehr lernen, ihn Herr sein zu lassen."

Die Maria-Hilf-Woche, offiziell ausgerufen am Dienstag, findet vom 17. bis 25. Juni statt und bietet eine ganze Reihe von Programmpunkten – mit Priesterweihe zum Abschluss.

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