Bischof Overbeck fordert „Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs“ in Militärseelsorge

Soldaten der Bundeswehr
Foto: Mehlauge / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat „eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs“ durch Seelsorger innerhalb der Bundeswehr gefordert, wobei „die Perspektive Betroffener unabdingbar“ sei. Neben seinem Amt als Militärbischof ist Overbeck auch für das Bistum Essen zuständig.

Es habe in seiner Zeit als Militärbischof bislang vier Anschuldigungen gegeben, sagte Overbeck im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag: „In einem dieser Fälle haben wir eine Anerkennungszahlung geleistet. Es handelte sich um missbräuchliches Verhalten eines Priesters gegenüber einem jungen Soldaten. Der beschuldigte Geistliche konnte dazu allerdings nicht mehr befragt werden, weil er bereits verstorben war. Ein weiterer Fall konnte nicht mit Fakten belegt werden, ein Fall ist abgeschlossen und ein Verfahren läuft noch.“

Da „die Militärseelsorge in der Regel mit Erwachsenen zu tun hat“, gebe es wohl nur eine „vergleichsweise geringe Zahl“ von Missbrauchsanschuldigungen. Dennoch sei „nicht auszuschließen, dass auch Kinder betroffen sein könnten“.

Gegenwärtig seien keine Fälle von Missbrauch aus der Zeit vor 2011 bekannt, als Overbeck sein Amt antrat. Seine Vorgänger waren Bischof Walter Mixa (2000-2010), Bischof Johannes Dyba (1990-2010), Erzbischof Elmar Maria Kredel (1978-1990), Bischof Franz Hengsbach (1961-1978) und Kardinal Joseph Wendel (1956-1960).

„Wir lassen derzeit aber alle uns zur Verfügung stehenden Personalakten auf Hinweise dazu überprüfen, zurückgehend bis 1956, als die katholische Militärseelsorge für die Bundeswehr gegründet wurde“, sagte Overbeck und kündigte an: „Mit einem Ergebnis rechne ich in etwa einem Jahr.“

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