Bischof verbietet Beichte per Telefon wegen Coronavirus-Pandemie nach fünf Tagen wieder

Stola und Beichtstuhl
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Keine Lossprechung unter dieser Nummer: Bischof Reinhold Nann hat seinen Priestern die Erlaubnis entzogen, per Telefon die Beichte zu hören, nachdem er ihnen diese fünf Tage zuvor gegeben hatte.

Der aus Deutschland kommende Hirte der peruanischen Prälatur Caraveli hatte am 15. März erklärt, dass die Priester seines Territoriums angesichts der Coronavirus-Pandemie und der Ausgangsbeschränkungen in Peru telefonisch die Beichte abnehmen könnten. Im Bistum sind auch öffentliche Gottesdienste bis auf weiteres nicht möglich, wie ACI Prensa, die spanischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch, berichtet.

Einsatz von Atemschutzmasken

Am gestrigen Freitag teilte Bischof Nann mit, dass die Möglichkeit der telefonischen Beichte angesichts der am gleichen Tag herausgegebenen vatikanischen Richtlinien zum Thema Beichte wieder "aufgehoben" sei.

In seine Richtlinien schreibt der Vatikan mehrere Vorsichtsmaßnahmen zum Hören der Beichte vor, darunter der Einsatz von Schutmasken – die entgegen Falschmeldungen sehr wohl Menschen vor Infektion schützen – aber auch ein Sicherheitsabstand und gute Durchlüftung.

Von der Beichte per Telefon sage der Vatikan jedoch nichts, so Nann, weshalb er die Erlaubnis wieder aufgehoben habe.

Der von Papst Franziskus erst 2017 zum Bischof in Peru ernannte Deutsche macht nicht zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Vor wenigen Wochen musste sich Nann bei Erzbischof Georg Gänswein und zahlreichen empörten Gläubigen in aller Welt für öffentliche Äußerungen über den Präfekten des Päpstlichen Haushaltes "entschuldigen". 

Bereits anfang der Woche kritisierte Pater James Bradley, ein Professor für Kirchenrecht an der Katholischen Universität von Amerika, die Idee, dass die Beichte per Telefon angeboten werden könnte.

"Das Wesen der Beichte beinhaltet, wie alle Sakramente, eine persönliche und kirchliche Begegnung mit Jesus Christus, der das fleischgewordene Wort ist. Eine virtuelle Realität kann niemals die Realität der Inkarnation ersetzen. Wir können unseren Glauben durch einen Livestream der Messe vertiefen, aber wir alle wissen: Es ist nicht dasselbe wie die physische Präsenz", sagte Bradley gegenüber CNA.

Der Professor und Kirchenrechtler hatte weitere Einwände. So warnte Bradley vor einem auch rechtlich falschen Umgang mit dem Sakramenten, etwa mit Blick auf die Wahrung des Beichtgeheimnisses. Auch und gerade in Krisenzeiten müsse dieses intakt bleiben.

"Es gibt auch praktische Fragen, was das Wesen des Beichtsakraments betrifft. Ein Telefongespräch oder eine Online-Besprechung wirft ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre, der Anonymität und des Schutzes auf", sagte Bradley.

Der renommierte Theologe und Kapuzinerpater Thomas Weinandy, ein Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission des Vatikans, bestätigte gegenüber CNA, dass "die körperliche Anwesenheit unbedingt erforderlich für die Gültigkeit" der Beichte ist.

"Der Grund dafür ist, dass das Sakrament die Handlung Christi ist, die der Spender vollzieht, und damit diese Handlung stattfinden kann, müssen der Priester und der Büßer in Gemeinschaft miteinander präsent sein, und zwar auf physische Weise", so Pater Weinandy.

Weinandy betonte gegenüber CNA: Die physische Präsenz von Beichtvater und Büßer weisen auf die Bedeutung der Menschwerdung Jesu Christi hin.

"Die Sakramente entspringen der Inkarnation – und deshalb muss derjenige, der das Sakrament spendet, und derjenige, der das Sakrament empfängt, körperlich anwesend sein. Sie spenden das Sakrament gemeinsam", sagte Weinandy.

Bereits im 17. Jahrhundert erklärte die Kirche, dass die Beichte per Brief ungültig ist. Im Jahr 2011 beantwortete Vatikansprecher Pater Federico Lombardi, SJ, die Frage, ob es eines Tages eine gültige Beichte per App auf dem Smartphone geben könnte.

Keine Beichte per Smartphone

"Es ist wichtig, gut zu verstehen, dass das Sakrament der Buße notwendigerweise das Verhältnis des persönlichen Dialogs zwischen Büßer und Beichtvater und die Absolution durch den gegenwärtigen Beichtvater erfordert", sagte Lombardi damals.

Der Jesuit brachte es auf den Punkt. Von einer "Beichte per iPhone" könne "in keiner Weise" eine Rede sein.

Priester in einigen Teilen der Welt haben kreative – und gültige – Wege gefunden, um das Sakrament der Beichte während der Coronavirus-Pandemie zu spenden, darunter "Drive-up"-Beichten und eine "Fenster"-Beichte. 

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