Bischöfe Südsudans warnen: Friedensabkommen wird Krieg nicht beenden

Ein Kind trägt Wasserbehälter in Tomping, einem Schutzort für Zivilisten, am 6. Mai 2014
Foto: Eskinder Debebe / UN
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Ein Friedensabkommen zwischen der südsudanesischen Regierung und Oppositionsführern wird scheitern, da die grundlegenden Probleme nicht angepackt werden.

Davor haben die katholischen Bischöfe im Land gewarnt.

Ein Hirtenbrief der Bischöfe wurde nach ihrem Treffen in Juba vom 26. bis 28. Februar veröffentlicht, in dem sich die Kirchenmänner besorgt darüber äußern, dass Regierungsbeamte nicht die Entschlossenheit besäßen, die erneuerte Vereinbarung über die Lösung von Konflikten im Südsudan einzuhalten.

"Wir befürchten, dass dieses Friedensabkommen an sich fatalerweise fehlerhaft ist und keinen wirklichen Frieden bringen kann; wir befürchten auch, dass die derzeitige Führung nicht den Willen hat, den Frieden zu verwirklichen", heißt es in dem Schreiben laut "Tablet".

Die junge Nation wird seit über drei Jahren von einem Bürgerkrieg zerrissen zwischen den Unterstützern von Präsident Salva Kiir, und jenen des ehemaligen Präsidenten Riek Machar.

Rund vier Millionen Menschen haben Schätzungen zufolge das Land verlassen. In den vergangenen Tagen meldete das benachbarte Uganda, nun eine Million Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen zu haben.

Während die Bischöfe das Friedensabkommen begrüßten, das am 12. September zwischen den Konfliktparteien unterzeichnet wurde, sagten sie, dass das Friedensgespräch der Politiker noch nicht dazu geführt habe, die notwendigen Veränderungen umzusetzen.

Laut "AFP" sagten die Bischöfe, dass Politiker sich weiterhin auf den Krieg vorbereitet haben und die im Abkommen aufgeführten Friedensaktionen nicht umgesetzt worden seien.

"Die Parteien schaffen keine dauerhaften Bedingungen für den Frieden, die den Ausbruch oder Rückfall eines gewaltsamen Konflikts verhindern würden", sagten die Bischöfe.

Sie fügen hinzu, dass auch ein dauerhafter Waffenstillstand nicht eingehalten wurde und Kriegsgefangene noch nicht freigelassen wurden. Infolgedessen seien viele der Bewohner im Südsudan immer noch brutaler Gewalt ausgesetzt.

"Während die Mittel für das Militär ausgegeben werden und die Korruption in der Elite anhält, sehen sich die einfachen Menschen mit Schwierigkeiten konfrontiert, da die Wirtschaft um sie herum weiter zusammenbricht", heißt es in dem Brief.

"Der Wert des menschlichen Lebens und der Würde wird vergessen, da Menschenrechtsverletzungen ungestraft weitergehen, einschließlich Mord, Vergewaltigung, weit verbreiteter sexueller Gewalt, Plünderungen und der Besetzung von zivilem Land und Eigentum."

Die Bischöfe boten 17 Vorschläge zur Verbesserung der Situation an, berichtete "Tablet". Sie sagten, dass der Ausnahmezustand des Landes aufgehoben werden sollte, um die Meinungsfreiheit und andere Rechte zu gewährleisten. Diejenigen, die gegen das Abkommen verstoßen haben, sollten zur Verantwortung gezogen werden, und ein System entwickelt werden, um zukünftige "Auslöser" von Gewalt zu vermeiden.

Die Bischöfe sagten, dass sie eine Rolle bei den Friedensbemühungen spielen können, indem sie den Dialog zwischen den Parteien fördern. Alle Menschen im Land sollten zusammenarbeiten, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, heißt es.

Die Kirche werde dazu ihren Beitrag auf jeder Ebene leisten.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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