Blitzbesuch in Budapest: Papst Franziskus in Ungarn gelandet

Papst Franziskus begrüßt den ungarischen Premierminister Viktor Orbán in Budapest, 12. September 2021
Foto: Vatican Media/ EWTN.
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Papst Franziskus ist zu seinem Blitzbesuch in Budapest gelandet. Dabei traf der Pontifex nach ersten offiziellen Angaben für etwa 15 Minuten Premierminister Viktor Orbán. Später hieß es, der Papst habe insgesamt "eine Stunde" mit der politischen Führung des Landes verbracht.

Der eigentlich Zeitraum ist eine überaus heikle Frage: Anfang des Monats wies der "Außenminister" des Vatikans Spekulationen zurück, dass die Entscheidung des 84 Jahre alten Papst Franziskus, nur einen Blitzbesuch weniger Stunden nach Ungarn zu machen, mit der Politik der Regierung des Landes zusammenhänge.

"Nein, es ist kein Urteil über die Regierung oder die Behörden in Ungarn", so Erzbischof Paul Gallagher vor Journalisten. "Der Papst hat von Anfang an gesagt, dass er ausschließlich nach Budapest kommt, um die Abschlussmesse des Internationalen Eucharistischen Kongresses zu feiern."

Heute war Gallagher ein Teilnehmer der Treffen mit ungarischen Regierungsvertretern, bei dem offenbar Themen wie LGBT-Politik, Gender-Ideologie und Migration nicht angesprochen wurden.

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Das Treffen des Papstes mit Orbán, mit dem er in politischen Fragen gegensätzlicher Meinung ist, sowie dem ungarischen Präsidenten János Áder, fand im Museum der Schönen Künste in Budapest statt. Man habe über "Umweltschutz, die Verteidigung und Förderung der Familie" sowie die Rolle der Kirche gewesen, teilte der Vatikan danach mit.

Nach Angaben des Büroleiters von Orbán überreichte der Premierminister dem Papst einen Brief, den König Béla IV. im Jahr 1250 an Papst Innozenz IV. schrieb. "Der König warnte darin vor der drohenden Invasion der Tataren und forderte die Einheit Europas. Er wurde ignoriert. 35 Jahre später wehrte Ungarn die Tataren mit großem Blutvergießen ab."

Franziskus übergab als Geschenk eine Darstellung des Petersplatzes, teilte der Vatikan mit: Es handle sich um ein Mosaik, das einem Ölgemälde des 19. Jahrhunderts nachempfunden sei.

Das letzte Mal, dass ein Papst an einem Internationalen Eucharistischen Kongress teilnah war im Jahr 2000, als St. Johannes Paul II. die Veranstaltung in Rom besuchte.

Nach dem Treffen mit dem Ministerpräsidenten und dem Staatspräsidenten hielt der Papst eine Rede vor den Bischöfen des Landes, gefolgt von einer weiteren Ansprache vor Vertretern des Ökumenischen Rates der Kirchen und der jüdischen Gemeinden.

Der Papst wird heute schon um 14:30 Uhr zu einem dreitägigen Besuch in die benachbarte Slowakei aufbrechen. Auch diese Reise ist von politischen Fragen und offenbar mangelndem Interesse bereits im Vorfeld überschattet worden.

Slowakei: Streit über Impfungen und Anmeldungen

Vom 12. bis 15. September besucht Franziskus die slowakischen Städte Preßburg (Bratislava), Eperies (Prešov), Kaschau (Košice) und Maria Schoßberg (Šaštin).

Am ersten Tag wird Franziskus an einer ökumenischen Veranstaltung mit christlichen Würdenträgern teilnehmen und sich privat mit einer Gruppe von Jesuiten treffen. Eine Begegnung mit Ordensbrüdern ist – wo immer möglich – fester Bestandteil aller Reisen des Papstes.

Der zweite Tag des Pontifex in Bratislava besteht aus einer Reihe von Treffen mit politischen Autoritäten, katholischen Bischöfen und Geistlichen sowie der jüdischen Gemeinde.

Danach fliegt Franziskus in den östlichen Teil des Landes. In Prešov wird er eine Göttliche Liturgie im byzantinischen Ritus feiern, und in Košice wird er sich mit der örtlichen Roma-Gemeinschaft treffen. Der Tag endet mit einer Begegnung mit jungen Menschen im Stadion von Košice.

Bis zum 2. September hatten sich gerade mal 57.000 Menschen angemeldet, um den Papst auf einer der vier Stationen seiner Slowakienreise zu sehen, und das in einem Land mit 5,5 Millionen Einwohnern, von denen 62 Prozent Katholiken sind.

An seinem letzten Tag wird er mit den Bischöfen in der Basilika von den Sieben Schmerzen Mariens in Šaštín – zu Deutsch Maria Schoßberg – beten, gefolgt von der Feier der Messe zum Festtag Unserer Lieben Frau von den Sieben Schmerzen.

Die slowakischen Bischöfe haben ein Logo für den Besuch sowie eine offizielle Webseite vorgestellt. Das Motto des Besuchs wird "Mit Maria und Josef auf dem Weg zu Jesus" sein.

In einem Interview mit dem spanischen Radiosender COPE, das am 1. September ausgestrahlt wurde, begründete der Papst seine Entscheidung, mehrere Tage in der Slowakei zu verbringen, dass er lieber – so wörtlich – "kleine Länder" in Europa besuche.

"Jetzt steht die Slowakei auf dem Programm, dann Zypern, Griechenland und Malta. Ich wollte diese Entscheidung treffen: zuerst in die kleineren Länder. Ich war in Straßburg, aber ich war nicht in Frankreich. Ich bin wegen der EU nach Straßburg gegangen. Und wenn ich nach Santiago gehe, dann gehe ich nach Santiago, aber nicht nach Spanien, damit das klar ist", so der Papst wörtlich gegenüber dem spanischen Sender.

Letztes Update am 12. September um 14:34 Uhr mit weiteren Informationen.

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