Brasilien: Coronavirus-Pandemie vergrößert Not und Hunger

"Kirche in Not" unterstützt kirchlichen Einsatz während der COVID-19-Epidemie

Beichte in der Diözese Itapipoca in Corona-Zeiten
Foto: Diözese Itapipoca
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Das weltweite päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" hat elf Projekte bewilligt, um kirchlichen Mitarbeitern in Brasilien während der Corona-Pandemie unter die Arme zu greifen. Das Hilfspaket sichert Seelsorge, karitative Arbeit, Ausbildung und das Überleben von rund 170 Priestern, über 30 Seminaristen und 140 Ordensfrauen sowie von knapp 60 Missionaren.

Darunter sind auch die Priester im nordostbrasilianischen Bundesstaat Cearà. Dort ist besonders die 130 000-Einwohner-Stadt Itapipoca und Umgebung von COVID-19 betroffen. Über 4200 Erkrankte und mehr als 200 Tote wurden dort Anfang Juni gezählt. "Wir leiden unter vielen Schwierigkeiten. Die erste ist der fehlende Kontakt zu den Menschen", sagt Francisco Danízio Silva, Ökonom der Diözese Itapipoca. "Ein weiterer Punkt ist die finanzielle Lage: Unsere Mittel sind erschöpft."

Arm an Kontakten und an Mitteln

Die Kirchen sind wie vielerorts geschlossen. Youtube, Facebook und WhatsApp sind in dieser Zeit wichtige Kontaktkanäle. Die Diözese betreibt auch zwei Radiosender – in Zeiten der Abstandsregeln Gold wert, aber auch teuer. "Wir verwenden diese Möglichkeiten, um uns selbst und unsere Gläubigen zu schützen", erklärt der Bistumsvertreter.

In den Pfarreien haben die Priester zu Beginn der Pandemie Sonderkollekten abgehalten, um Lebensmittel für besonders arme Menschen zu besorgen. In zahlreichen Gemeinden verteilen engagierte Familien kostenlose Abendessen. Doch mittlerweile seien auch hier die Mittel aufgebraucht – viele Menschen hätten wegen Corona Arbeit und Einkommen verloren, so der Ökonom: "In diesen Zeiten ist die Hilfe jedes Einzelnen wichtig. Mit dem Wenigen, das wir haben, können wir vielen Menschen helfen."

Mess-Stipendien lindern Not und stiften Gemeinschaft

"Kirche in Not" unterstützt die Arbeit der Priester in der Diözese Itapipoca vor allem über Mess-Stipendien, freiwillige Gaben für die Feier der heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen. Mit den bescheidenen Beträgen können sich nicht nur die Priester, die über sehr wenig Lohn verfügen, über Wasser halten. Die Mittel kommen auch der karitativen Arbeit in der Gemeinde zugute. "In dieser Zeit ist Ihre Hilfe direkt mit der Hilfe für die Menschen verbunden, die unsere Aufmerksamkeit und unsereNächstenliebe so sehr brauchen", so Francisco Danízio Silva. "Unser Dank gilt allen, die uns bei der Evangelisierung durch Nächstenliebe helfen."

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