Charlie Gard wird nicht nach Rom verlegt: Leiterin des Krankenhauses

Das als "Krankenhaus des Papstes" bekannte Bambino Gesu.
Foto: ACI Prensa

Die Leiterin des Kinderkrankenhauses Bambino Gesu in Rom, das als "Krankenhaus des Papstes" bekannt ist, hat erklärt, dass das Gesundheitszentrum in London, in dem sich der kleine Charlie Gard befindet, seine Überführung nach Italien nicht erlauben wird.

"Das Krankenhaus hat uns mitgeteilt, dass sie aus rechtlichen Gründen das Kind nicht zu uns verlegen können. Das ist eine traurige Nachricht" sagte Mariella Enoc, Vorsitzende des "Krankenhauses des Papstes" in Bezug auf Charlie Gard, das todkranke Baby, das in den kommenden Tagen - gegen den Willen der Eltern, aber mit Autorisierung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte - von den lebenserhaltenden Maschinen genommen werden soll.

In einem Interview mit den Journalisten am gestrigen 4. Juli hat Frau Enoc nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur SIR erklärt, sie "sei von der Mutter Charlies kontaktiert worden, die eine sehr bestimmte und entschiedene Frau ist, die sich durch nichts geschlagen geben will. Sie hat uns gebeten, zu prüfen, ob diese Betreuung möglich wäre und unsere Fachleute analysieren den Fall." "Als uns die Mutter angerufen hat, haben wir sehr aufmerksam zugehört" und wir haben erkannt, dass sie "entschlossen ist, bis zum Ende zu kämpfen" fügte Frau Enoc hinzu.

Die Spezialistin sagte zudem: "Das Einzige, das ich in diesem schwierigen Fall tun kann, ist anzubieten, die Familie aufzunehmen, wie der Papst gebeten hat."

Am Montag, dem 3. Juli, hatte Mariella Enoc die Bereitschaft ihres Krankenhauses ausgedrückt, Charlie Gard aufzunehmen. Papst Franziskus hatte seine Sorge um ihn geäußert.

Charlie, der jetzt 10 Monate alt ist, leidet an einer sehr seltenen genetischen Krankheit, von der nur sehr wenige Kinder auf der Welt betroffen sind: Am Mitochondrialen DNA-Depletionssyndrom.

Diese Krankheit verursacht progressive Muskelschwäche und kann zum Tod im ersten Lebensjahr führen.

Die Eltern des Babies, Chris Gard und Connie Yates, haben eine Spendenaktion durchgeführt, bei der mehr als eine Million Dollar zusammengekommen waren, um ihren Sohn zu einer experimentellen Behandlung in die Vereinigten Staaten zu bringen.

Die Ärzte des Great Ormond Street Krankenhauses in London (England) waren jedoch dagegen und haben entschieden, das Kind von den Maschinen zu trennen.

Chris und Connie begannen daraufhin einen Rechtsstreit mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der am 27. Juni zugunsten des Krankenhauses und der britischen Gerichte endete, die die Anfechtung der Eltern des Kindes als "unzulässig" betrachten.

Am 30. Juni, dem Tag, an dem die Maschinen abgeschaltet werden sollten, verkündete die Mutter auf Facebook, dass die Leitung des Krankenhauses  nach einem Gespräch "beschlossen hatte, uns noch etwas mehr Zeit mit Charlie zu geben."

Am Sonntag, dem 2. Juli, gab der Sprecher der Presseamtes des Heiligen Stuhls, Greg Burke, eine Erklärung bekannt, in der Papst Franziskus darum bittet, den Willen der Eltern von Charlie Gard zu respektieren.

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