"Danke Maria" – Blumen und Gebet statt Instrumentalisierung der Gottesmutter

Stefan Lochner, Madonna im Rosenhag, etwa 1448, Köln,
Foto: Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud / Wikimedia ((CC0)
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Mit Blumen und Gebeten haben sich am heutigen Sonntagabend hunderte Katholiken im Kölner Dom bei der Gottesmutter bedankt. Dabei setzten sie auch ein Zeichen gegen Versuche, Maria zu instrumentalisieren.

Gemeinsam beteten Mädchen und Frauen um 18 Uhr den Engel des Herrn und das Magnificat. Anschließend grüßten Sie Maria mit dem Salve Regina, und dabei legte "jede Frau und jedes Mädchen einen Blumengruß vor die Muttergottes im Hauptportal und sagt ihr so öffentlich Danke", so das katholische Mediennetzwerk Initiative Pontifex.

Aus drei Gründen wollten sie Maria danken, schrieben die Veranstalterweiter. Erstens schweige die Jungfrau und Gottesmutter nicht: "Sie handelt – für uns!"

"Immer wieder wird die Gottesmutter instrumentalisiert, um die Forderung nach Machtzuwachs für Frauen in kirchlichen Ämtern durchzusetzen. Maria aber zeigt ihre Größe nicht in Machtausübung, sondern in ihrem dienenden Handeln: in Hingabe an ihren Sohn, in ihrer Fürsprache und Hilfe für alle Gotteskinder. Bis heute handelt Maria an uns, erhört unsere Bitten, tritt vor Gott für uns ein, leidet mit uns mit.

Die Gläubigen der Initiative erklären weiter, sie dankten Maria dafür, dass sie nach Gottes Willen gehandelt habe "ohne großes Aufsehen um dich zu machen. Danke, dass es dir genügte 'Magd des Herrn' zu sein. Danke für dein Vorbild für uns Frauen. Danke, dass Du uns bis heute erhörst!"

Zweitens gehe es nicht darum, Maria "von ihrem Sockel" zu holen: "Lassen wir uns zu ihr hochziehen!"

Aus Maria solle eine "emanzipierte, selbstbestimmte und machtbewusste Frau im Sinne des 21. Jahrhunderts werden", schreiben die Organisatorinnen.

"Maria aber stellt unsere Kategorien auf den Kopf: sie gab ihre 'Selbstbestimmung' freiwillig auf, um ihr Leben völlig von Gott bestimmen zu lassen. Das bedeutete für sie eine uneheliche Schwangerschaft, das bedeutete für sie eine Geburt in einem armen Stall, das bedeutete für sie sogar, dass sie ihren Sohn sterben sehen musste. Sie ließ sich völlig von Gott bestimmen – und wurde zur Königin des Himmels erhoben."

Die Mädchen und Frauen bedankten sich deshalb bei der Gottesmutter, heißt es weiter:

"Danke Maria, dass Du dein Leben nach Gottes Wort geschehen ließest. Danke, dass Du so die Königin des Himmels, unsere Fürsprecherin, unsere Mutter werden konntest. Danke, dass wir uns direkt an Dich wenden können und Dir als unsere fürsorgende Mutter und mächtige Fürsprecherin vertrauen dürfen."

Drittens betonen die katholischen Mädchen und Frauen: "Ja, wir haben eine eigene priesterliche Aufgabe!"

Es wird gefordert, dass Frauen als Priester den Menschen Gottes Wirken in den Sakramenten vermitteln dürfen. Maria aber zeigt uns noch eine ganz andere Art der Vermittlung des Wirken Gottes: Nur durch Ihr 'Ja' konnte Gottes Menschwerdung sich vollziehen. Maria ist Mittlerin der Gnaden Gottes. Der Priester vermittelt uns in den Sakramenten die Gnaden Gottes. Als Frauen dürfen wir, wie Maria, Mitterlinnen der konkreten Entfaltung und Ausgestaltung dieser empfangenen Gnaden sein, in der Seele, im Verstand und im alltäglichen Leben - durch mütterliche vollkommene Hingabe und Dienst. In allen Beziehungen, in allen Berufen.

Somit danken die Frauen Maria, "dass durch ihr 'Fiat' Gott uns erlösen konnte. Danke Maria, dass Du uns ein konkretes Vorbild gibst für unsere Teilhabe am Priestertum Christi. Danke, dass Du uns an der Aufgabe teilhaben lässt, uns mütterlich für das Heil des Anderen hinzugeben".

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