Der Vergewaltigung beschuldigter Bischof hat wichtiges Beweismaterial nicht ausgehändigt

Bischof Franco Mulakkal
Foto: CNA Deutsch Archivbild
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Der indische Bischof, gegen den wegen des Verdachts jahrelanger Vergewaltigung einer Nonne ermittelt wird, hat trotz Anweisung der Behörden bislang nicht seinen Laptop ausgehändigt.

Bischof Franco Mulakkal, Leiter der Diözese Jullundur, wurde am 21. September festgenommen. Er steht im Verdacht, über einen Zeitraum von zwei Jahren mehr als ein Dutzend Mal eine Ordensfrau der Missionare Jesu vergewaltigt zu haben. Die Nonne behauptet, dass der Bischof sie zum ersten Mal am 5. Mai 2014 vergewaltigte.

Der Bischof dagegen bestreitet die Vorwürfe und beteuert seine Unschuld. Die Anschuldigungen seien ein Rache-Akt gegen ihn, weil er selber gegen das sexuelle Fehlverhalten der Nonne vorgegangen sei. Der Bischof behauptet, die Ordensfrau habe ein Verhältnis mit dem Mann ihrer Cousine gehabt.

Medienberichten zufolge haben die Behörden den Bischof angewiesen, seinen Laptop bis zum 5. November auszuhändigen: Die Daten auf dem Rechner sollen im Rahmen der Ermittlungen geprüft werden. Mulakkal, der gegen Kaution entlassen wurde, traf sich kurz mit Ermittlern am 28. Oktober, händigte aber den Laptop zu diesem Zeitpunkt nicht aus.

Der Bischof könnte ins Gefängnis zurückgebracht werden, wenn er den Computer nicht bis zum 5. November übergibt.

Ein Regierungsgremium ließ vergangene Woche eine Autopsie an der Leiche eines Priester vornehmen, der Hauptzeuge im Vergewaltigungsfall gegen den Bischof gewesen war und am 22. Oktober tot aufgefunden worden war – wie CNA Deutsch berichtete.

Die Ergebnisse der Autopsie von Pfarrer Kuriakose Kattuhara wurden bislang nicht veröffentlicht, so örtliche Medien.

Während Mulakkal weiterhin als Bischof von Jullundur im Amt ist, wurde Bischof Agnelo Gracias am 20. September ernannt, um die laufenden Geschäfte der Diözese zu leiten. Gracias, 79, ist ein pensionierter Weihbischof aus Bombay.

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