Deutscher Jesuit und Kinderschutzexperte leitet neues Zentrum in Rom

Pater Hans Zollner SJ
Foto: Daniel Ibáñez / ACI Prensa

Der Kinderschutzexperte Pater Hans Zollner S.J. wird Direktor eines neuen anthropologischen Instituts, das die Nachfolge des Zentrums für Kinderschutz in Rom antritt.

Die Päpstliche Universität Gregoriana kündigte Zollners Ernennung am 1. Juli an, zwei Monate nachdem sie bekannt gegeben hatte, dass das Zentrum von einem Diplomstudiengang in ein anthropologisches Institut umgewandelt wird, das einen eigenen Lehrkörper verantwortet.

Der 54-jährige deutsche Jesuitenpater wird am 1. September eine dreijährige Amtszeit als Direktor des Instituts für Anthropologie antreten. 

Die Einrichtung trägt den Titel  Institute of Anthropology: Interdisciplinary Studies on Human Dignity and Care (IADC).

Die Ernennung wurde von der vatikanischen Kongregation für das katholische Bildungswesen bestätigt und vom Jesuiten-Generaloberen Pater Arturo Sosa, dem Rektor der Universität, genehmigt.

Zollner war seit 2015 Präsident des Zentrums für Kinderschutz. Er ist Mitglied der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, ausgebildeter Psychologe und Psychotherapeut.

Das Zentrum wurde 2012 ins Leben gerufen, um Katholiken in aller Welt internetbasierte Schulungen zum Schutz Minderjähriger vor sexuellem Missbrauch anzubieten.

Es wurde zunächst in Deutschland von der Päpstlichen Universität Gregoriana, der Erzdiözese München und Freising und der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der staatlichen Universitätsklinik Ulm gegründet.

Das Zentrum wurde im Februar 2015 offiziell in Rom eröffnet. Seit 2016 bietet es über das Institut für Psychologie der Universität einen einsemestrigen Diplomstudiengang im Umfang von 30 Credits zum Thema Jugendschutz an.

Mit der Umwandlung in ein Institut wird das IADC die Abschlüsse eines Lizentiats in Jugendschutz und eines Doktorats in Anthropologie anbieten.

Zollner sagte gegenüber CNA im April, dass die Änderung eine eigenständige akademische Einheit schaffen würde, die nicht mehr von anderen Universitäten abhängig ist, um Abschlüsse zu vergeben oder Professoren zu verleihen.

"Und ebenso wichtig ist, dass sich der Name geändert hat", sagte er und bemerkte, dass das Zentrum nicht weiterhin nur "Kinderschutz" im Namen tragen könne, "weil die Welt und die Kirche sich vom reinen Kinderschutz zu anderen Formen des Missbrauchs hinbewegt haben, die Schutz und Absicherung brauchen."

Er betonte, dass der primäre Fokus des Instituts immer noch der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch innerhalb der Institutionen der katholischen Kirche sein werde, aber die Wahl der Anthropologie als Basis des Programms biete "die größtmögliche Bandbreite."

"Wir haben im Laufe der Jahre gesehen, dass sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt, ein menschliches Problem ist", sagte er.

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