"Dialog mit Kulturen": Papst Franziskus ehrt Ratzinger-Preisträger, würdigt Benedikt

Pater Paul Béré, Papst Franziskus und Charles Taylor (von links).
Foto: Vatican Media
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Der Jesuitenpater Paul Bére aus Burkina Faso und der kanadische Philosoph Charles Taylor haben am heutigen 9. November im Vatikan den Ratzinger-Preis erhalten.

Papst Franziskus betonte bei seiner Würdigung der Preisträger deren Beitrag zum Diskurs der Katholischen Kirche mit der Gegenwart. Franziskus sagte wörtlich, es gehe darum, "im aktiven Dialog mit den Kulturen zu sein und zu bleiben, die sich im Lauf der Zeit wandeln und die sich in unterschiedlichen Teilen der Welt unterschiedlich ausprägen".

Der Ratzinger-Preis wurde 2011 ins Leben gerufen, um Intellektuelle und Wissenschaftler zu würdigen, deren Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Theologie im Sinne von Kardinal Joseph Ratzinger leistet – dem bayerischen Theologen, der als Benedikt XVI. zum Papst der Katholischen Kirche gewählt wurde.

Ausgezeichnet werden jährlich theologisch hervorragende Leistungen, die tatsächlich helfen sollen, sich der Gegenwart aus katholischer Sicht anzunehmen.

Daran erinnerte auch Papst Franziskus am heutigen Samstag, und würdigte zu Beginn seiner Rede den wichtigen Beitrag und das Vorbild seines belehrten Vorgängers Benedikt:

"Wir sind ihm für sein Lehren und sein Zeugnis im Dienst an der Kirche dankbar".

Der "Hirte und Theologe Joseph Ratzinger" habe sich "reflektierend, denkend, studierend, zuhörend, Dialog führend, betend" dafür eingesetzt, dass der Glaube lebendig wird und "die Gläubigen zum konkreten Glaubenszeugnis und zum Dialog mit ihren Zeitgenossen" befähigt werden, betonte Franziskus.

Benedikt stehe für eine Wahrheitssuche, "bei der Vernunft und Glaube, Intelligenz und Spiritualität beständig integriert" werden.

Genau dazu habe Charles Taylor mit seiner Arbeit über das Zeitalter der Säkularisierung und die dunklen wie helleren Seiten der Moderne einen wichtigen Beitrag geleistet.

"All dies erlaubt uns, uns mit der westlichen Säkularisierung auf nicht oberflächliche Weise oder mit einer fatalistisch-entmutigten Haltung zu konfrontieren", sagte Franziskus.

Das sei nicht nur notwendig "für ein Nachdenken über die zeitgenössische Kultur, sondern vor allem für einen Dialog und eine tiefgehende Unterscheidung", so der Jesuit und Benedikt-Nachfolger: Es gehe darum, "den Glauben in unserer Zeit auf angemessene Weise zu leben, zu bezeugen, auszudrücken und zu verkünden."

Pater Paul Béré, Dozent am Päpstlichen Bibelinstitut, erklärte vor der Verleihung, dass er den Preis für seine Arbeit an der Figur des Propheten Josua erhalten habe. Dieser sei eine "Quelle der Inspiration" für die Kirche in Afrika, weil er die Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation lehrt.

"Afrika kann eine Lösung für all seine Probleme finden. Was wir (Afrikaner) einfach brauchen, ist den Willen, diese Lösungen mit dem ganzen Kontinent zu teilen", sagte Beré gegenüber ACI Africa.

Für die "noch junge" aber dynamische Theologie Afrikas gebe Pater Béré ein Bespiel, sagte Papst Franziskus am 9. November 2019. Der Pontifex wörtlich:

"Er arbeitet an der Interpretation der Texte des Alten Testamentes im Kontext einer oralen Kultur, und macht damit die Erfahrung der afrikanischen Kulturen fruchtbar. Zugleich setzt er sich für das Wissen, Verständnis und die Rezeption der Synoden im afrikanischen Kontext ein, an denen er auch selbst teilnahm.“

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