"Die katholische Soziallehre ist 'grundlegend' für die Bewältigung der Coronakrise-Folgen"

Papst Franziskus hält seine Generalaudienz am 6. Mai 2020 in der Bibliothek des Apostolischen Palastes im Vatikan.
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus sagte am Mittwoch, die Kirche spiele zwar nicht die Rolle eines Experten in der globalen Gesundheitskrise, aber die katholische Soziallehre sei grundlegend für die Heilung der Probleme, mit denen die Welt heute konfrontiert ist.

"Obwohl die Kirche die heilende Gnade Christi durch die Sakramente spendet und obwohl sie Gesundheitsdienste in den entlegensten Winkeln des Planeten anbietet, ist sie keine Expertin in der Prävention oder Behandlung der Pandemie", sagte Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz am 5. August.

Per Livestream aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes des Vatikans sagte der Papst, dass die Kirche "den Kranken hilft, aber sie ist keine Expertin. Sie gibt auch keine spezifischen sozio-politischen Hinweise".

"Im Laufe der Jahrhunderte und im Licht des Evangeliums hat die Kirche jedoch einige soziale Prinzipien entwickelt, die grundlegend sind, und die uns helfen können, voranzukommen: Prinzipien, die wir brauchen, um die Zukunft vorzubereiten", fuhr er fort.

Papst Franziskus sprach auch über die Bedeutung des Glaubens an Jesus Christus, der nicht nur körperliche Leiden heilt, sondern auch seelische.

Er verwies auf die vielen Berichte des Evangeliums über wunderbare Heilungen, die Jesus während seines öffentlichen Wirkens vollbrachte, darunter die Heilung des Gelähmten in Kapernaum, der von seinen Freunden durch ein Loch im Dach herabgelassen werden musste.

 

"Wir fragen uns also: Wie können wir heute helfen, unsere Welt zu heilen? Als Jünger des Herrn Jesus, Arzt der Seelen und Leiber, sind wir aufgerufen, 'sein Werk fortzusetzen, ein Werk der Heilung und des Heils' in einem physischen, sozialen und spirituellen Sinn", sagte Franziskus und zitierte dabei den Katechismus der katholischen Kirche.

Der Papst sagte, dieses Werk der Heilung werde durch die eng verwandten Prinzipien erleichtert, die im Kompendium der Soziallehre der Kirche zu finden sind; er nannte die Prinzipien der Würde der Person, des Gemeinwohls, der bevorzugten Option für die Armen, der universellen Bestimmung der Güter, der Solidarität, der Subsidiarität und der Sorge um die Erde.

"All diese Prinzipien drücken auf unterschiedliche Weise die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe aus", erklärte er.

"Ich lade euch ein, in den kommenden Wochen gemeinsam die drängenden Probleme anzugehen, die diese Pandemie aufgezeigt hat, insbesondere die sozialen Krankheiten", sagte er.

"Und wir werden dies im Licht des Evangeliums, der theologischen Tugenden und der Prinzipien der Soziallehre der Kirche tun. Wir werden gemeinsam erkunden, wie unsere katholische soziale Tradition der Menschheitsfamilie helfen kann, diese Welt zu heilen, die an schweren Krankheiten leidet.

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