Ehemaliger österreichischer Nuntius Zurbriggen gestorben

Erzbischof Peter Zurbriggen, Apostolischer Nuntius in Österreich
Foto: Wikimedia / Gugganij CC BY-SA 3.0

Der ehemalige österreichische Nuntius Peter Stephan Zurbriggen – ein gebürtiger Schweizer – ist am Sonntag einen Tag nach seinem 79. Geburtstag gestorben.

Kardinal Christoph Schönborn von Wien war während Zurbriggens Wirken in Österreich der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz. "Peter Stephan Zurbriggen hat sich durch [große] Herzlichkeit und ein tiefes Verständnis für die kirchliche Situation in Österreich ausgezeichnet", würdigte Schönborn den Nuntius am Montag. "Wir sind dankbar für die so gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit ihm als Nuntius. Er ist nun dem Herrn ganz nahe, in dessen Weinberg er so viele Jahre kompetent, engagiert und kollegial gearbeitet hat."

"Er hat ganz dem entsprochen, was ich bei seiner Amtsübernahme im Stephansdom gesagt habe", erläuterte der Kardinal. Bereits der Nachname Zurbriggen verweise "auf den Brückenbau zwischen Österreich und dem Vatikan". Ähnliches habe für seine Vornamen gegolten: "Stephan für die Anliegen der Ortskirche und Peter für die Weltkirche und die Tatsache, dass es keinen nationalen Sonderweg geben kann."

Der Bischof von Graz-Seckau, Wilhelm Krautwaschl, kommentierte: "Am 29. August habe ich dann von seinem Tod erfahren und bin tief getroffen, war er es doch, der mich am 12. April 2015 davon in Kenntnis gesetzt hat, dass mich Papst Franziskus zum Bischof berufen hat."

"Das Telefonat wird mir mein Leben lang in Erinnerung bleiben", so der Bischof. "Die Herzlichkeit und Freundlichkeit konnte ich tags darauf beim persönlichen Kennenlernen nach meiner Zusage, diesen Dienst für die Diözese Graz-Seckau anzutreten, gleichsam überprüfen. Ich hatte die Nacht vorher kein Auge zugemacht. Er hat mich ermutigt und als Bruder betrachtet."

Kurzbiografie

Zurbriggen wurde 1969 zum Priester geweiht und durchlief anschließend die Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie. 1975 promovierte er in Kirchenrecht. Sodann trat er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls – zunächst in Bolivien. Weitere Stationen waren Deutschland, Uruguay, Frankreich und mehrere afrikanische Länder.

1993 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof ernannt (die Weihe erfolgte erst 1994) und als Apostolischer Delegat nach Mosambik entsandt. 1996 wurde er Nuntius dieses Landes, bevor es 1998 als Nuntius nach Georgien, Armenien und Aserbaidschan ging. 2001 wurde er Nuntius in den baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen. Seine letzte Station war Österreich, wo er seit 2009 Nuntius war. Ende 2018 trat er aus Altersgründen von seinem Amt zurück.

Kritik an Kardinal Marx

Nachdem Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising und damaliger Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz (DBK), 2016 bei einer Reise ins Heilige Land zeitweise sein Brustkreuz abgenommen hatte, sagte Zurbriggen im Jahr 2018, es beschäme ihn, "wenn Bischöfe ins Heilige Land pilgern und sich schämen, das Kreuz zu tragen aus irgendwelchen Gründen".

Marx hatte auch den sogenannten "Kreuzerlass" kritisiert, wodurch die bayerische Landesregierung anordnete, in allen bayerischen Dienstgebäuden ein Kreuz aufzuhängen.

"Also wissen Sie, als Nuntius, als Vertreter des Heiligen Vaters, bin ich schon traurig und beschämt, dass wenn in einem Nachbarland Kreuze errichtet werden, ausgerechnet Bischöfe und Priester das kritisieren müssen", kommentierte Zurbriggen. "Das ist eine Schande! Das darf man nicht annehmen!"

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