Erfurter Bischof: Katholikentag mit weniger Teilnehmern braucht "Straffung des Programms"

Bischof Ulrich Neymeyr
Foto: Bistum Mainz via Wikimedia (CC BY-SA 3.0 de)

Knapp zwei Jahre vor dem nächsten Katholikentag hat Gastgeber Bischof Ulrich Neymeyr von Erfurt gewarnt, "dass der große Run auf die Katholikentage vorbei ist". Es brauche nun "eine notwendige Straffung des Programms" sowie eine inhaltliche Schärfung.

Gegenüber katholisch.de sagte Neymeyr am Montag, man plane "derzeit mit 15.000 Teilnehmenden" in Erfurt. Auch angesichts der finanziellen Mittel sei er "davon überzeugt, dass 500 Veranstaltungen für einen Katholikentag eigentlich ausreichend sind".

"Der Katholikentag ist als Veranstaltung offenbar nicht mehr so attraktiv, dass man ohne Weiteres erwarten kann, dass Tausende Katholiken oder auch andere Christen über mehrere Tage daran teilnehmen wollen", räumte der Bischof ein.

Beim letzten Katholikentag in Stuttgart Ende Mai seien "auffällig wenige" junge Menschen dabei gewesen. "Am 'Christival', dem Jugendfestival der Freikirchen, haben parallel zum Katholikentag 13.000 junge Menschen in Erfurt teilgenommen", konstatierte Neymeyr. Obwohl man "das Design der Veranstaltungen sicher nicht vergleichen" könne habe dort "die Mobilisierung deutlich besser funktioniert".

Zur Teilnahme von Politikern an Katholikentagen sagte der Bischof, es könne "gewinnbringend" sein, wenn diese "auch über ihren persönlichen Glauben sprechen". Insgesamt zeigten die Auftritte von Spitzenpolitikern aber, "dass die katholische Kirche gesellschaftspolitisch immer noch eine Rolle spielt".

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