Erzbischof Chaput äußert sich zu "Amoris Laetitia"-Kommission

Erzbischof Charles Chaput im Gespräch mit CNA in Rom am 15. September 2014.
Foto: CNA/Joaquín Peiró Pérez
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Erzbischof Charles Chaput hat einem Artikel widersprochen, demzufolge seine Leitung einer Arbeitsgruppe Signalwirkung dafür habe, wie die Kirche in den USA mit der Kommunion umgehen werde nach Erscheinen von Amoris Laetitia

"Unsere 'Kommission' ist sehr ad hoc und wird möglicherweise nur drei oder vier Monate bestehen", sagte Erzbischof Chaput gestern gegenüber CNA. "Unser Ziel ist es, zu sammeln, was die Bischöfe der USA tun und diese Information mit den anderen Bischöfen zu teilen, und dann auch einen Bericht an Kardinal [Lorenzo] Baldisseri zu schicken, der um Meldungen aus den Bischofskonferenzen gebeten hat."

In einem Artikel, der gestern, 1. Juni, im "Catholic Herald" erschienen ist,  berichtete die britische Zeitung, dass Erzbischof Chaput zum Leiter einer mit fünf Bischöfen besetzten Kommission ernannt worden sei, die im Auftrag der US-Bischofskonferenz einen positiven Empfang und die Umsetzung von Amoris Laetitia begleiten soll.

"Diese Nachricht sendet ein Signal über die Frage der Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion", schrieb der "Catholic Herald" mit Verweis darauf, dass Erzbischof Chaput in solchen Fällen die Lehre der Kirche bestätigt hat. 

Allerdings hat Erzbischof Chaput die Darstellung des "Catholic Herald" als missverständlich bezeichnet.  

"Was wir tun, hat keinen verordnenden Charakter", sagte der Erzbischof von Philadelphia. "Die Bischöfe in unserer Gruppe sind die Leiter verschiedener Kommissionen, und ich bin der designierte Vorsitzende der Kommission für Laien, Ehe, Familien und Jugend". 

Amoris Laetitia erschien am 8. April 2016. Es stellt den Abschluss des mehrjährigen Familiensynoden-Prozesses dar. Das Schreiben widmet sich den Schönheiten und Herausforderungen des Familienlebens in der heutigen Zeit.

Während sich die westlichen Medien, auch und gerade deutschsprachige, auf Homosexualität und Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete konzentrierten, behandelten die Synodenväter viele weitere Themen, darunter häusliche Gewalt, Inzest und Missbrauch in der Familie, sowie Ehe-Vorbereitung.

Beide Synoden entzündeten Debatten und Spekulationen um eine Änderung des Umgangs der Kirche mit geschiedenen Wiederverheirateten, die nicht zur Kommunion zugelassen sind. Die Kirche lehrt, in Einklang mit den Worten Jesu Christi: "Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch" (Mt 19,9), dass Menschen, die im Ehebruch leben – oder ohne Reue in einem anderen Zustande schwerer Sünde – nicht zur Kommunion gehen können. 

Die Aussagen in Amoris Laetitia zu diesem Thema, besonders im achten Kapitel, sind Gegenstand nachsynodaler Debatten.

Undeutliche Aussagen im Kapitel haben zu einer Vielzahl von Interpretationen geführt, die sich zum Teil widersprechen.

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, hat betont, dass Amoris Laetitia nicht die Haltung der Kirche zur Frage der Zulassung zur Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete ändere. 

Kardinal Walter Kasper sagte dagegem wörtlich: "Die Tür ist offen." Der Abschluss der Familiensynoden sei der erste Schritt einer Reform gewesen, welche die Kirche nach 1700 Jahren eine Seite umblättern lasse.

Im Interview mit CNA sagte der renommierte katholische Philosoph Robert Spaemann, das Schreiben stelle in dieser Frage einen Bruch mit der Lehrtradition dar. Gegen Missinterpretationen appelliert Weihbishof Athanasius Schneider (Kasachstan) in einer Stellungnahme, welche die Petrusbruderschaft vor wenigen Tagen publizierte, zusammen mit einem Interview.

Der Heilige Papst Johannes Paul II. hat die Frage allerdings deutlich beantwortet. Er schrieb, die Kirche bekräftige "ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratete Geschiedene nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen. Sie können nicht zugelassen werden; denn ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse stehen in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht".

Der heilige Papst weiter: "Darüber hinaus gibt es noch einen besonderen Grund pastoraler Natur: Ließe man solche Menschen zur Eucharistie zu, bewirkte dies bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe Irrtum und Verwirrung."

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