Freiburger Missbrauchsbericht für 18. April 2023 angekündigt

Freiburger Münster
Foto: KarlNapf / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Das Erzbistum Freiburg wird seinen Bericht über den früheren Umgang mit sexualisierter Gewalt am 18. April 2023 der Öffentlichkeit vorstellen. Ursprünglich sollte der Bericht bereits im Herbst 2022 veröffentlicht werden, was aber „aufgrund der Notwendigkeit zusätzlicher rechtlicher Absicherungen“ nicht geschehen konnte, wie die Erzdiözese berichtete.

Der Freiburger Generalvikar Christoph Neubrand erklärte: „Wir schulden allen voran den Betroffenen eine konsequente Aufarbeitung der Missbrauchsverbrechen. Die Betroffenen mussten lange auf die Veröffentlichung des Berichts warten. Deshalb ist es gut, dass es am 18. April soweit ist und die Wahrheit auf den Tisch kommt.“

„Ich hoffe, dass der Bericht Klarheit bringt, welche Strukturen Missbrauch in der Vergangenheit begünstigten und Vertuschung ermöglichten“, so der Generalvikar. „Ich setze darauf, dass die Verantwortlichen klar benannt werden.“

Man werde sodann „in der Bistumsleitung Konsequenzen ziehen, ohne Rücksicht auf Person und Amt. Zudem wollen wir aus dem Bericht lernen und weiter unnachgiebig daran arbeiten, dass Kirche heute ein sicherer Raum für alle ist. Die Erzdiözese Freiburg wird weiter alles Menschenmögliche daransetzen, Betroffenen zu helfen, sexualisierte Gewalt in der Kirche zu verhindern, geschehene sexualisierte Gewalt aufzuklären und aufzuarbeiten und in der ganzen Gesellschaft zu bekämpfen.“

Reaktion des Betroffenenbeirats

Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Freiburg erklärte unterdessen, für viele Betroffene von sexuellem Missbrauch sei der Tag der Veröffentlichung des Berichts „mit großen Hoffnungen verbunden“.

„Die Betroffenen erwarten Antworten darauf, warum eine Institution wie die Kirche, die sich der Nächstenliebe verschrieben hat, zugeschaut hat wie Kinder und Jugendliche schwerste Qualen erleiden mussten, die sie ein Leben lang begleiten“, so der Beirat. „Die Betroffenen wollen an diesem Tag zudem hören, warum ihnen niemand geglaubt hat und warum vor allem auch in den letzten 20 Jahren seit Bekanntwerden der ersten Fälle, Betroffene immer wieder dafür kämpfen mussten, dass sie Gehör finden, dass sie Hilfe erhalten und dass ihre Fälle aufgearbeitet werden.“

Sabine Vollmer, die Vorsitzende des Betroffenenbeirats, sagte: „Wir hoffen, dass es nicht bei Worten bleibt, sondern zügig Taten folgen, damit Betroffene und Mitbetroffene nicht weiter unter Ungewissheit und mangelnder Unterstützung leiden müssen.“

Emeritierter Freiburger Erzbischof hat bereits Fehler eingeräumt

In einer Video-Stellungnahme im Oktober 2022 hatte der emeritierte Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, der von 2008 bis 2014 auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) war, eigene „gravierende Fehler“ im Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt.

„Tag für Tag beschäftigt mich die Tatsache des sexuellen Missbrauchs in unserer Kirche und mein damaliger persönlicher Umgang als Personalreferent und Erzbischof mit den Betroffenen und bei der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt – vor allem inwieweit ich Notwendiges unterlassen und Fehler begangen habe“, erläuterte Zollitsch, der von 2003 bis 2013 für die Erzdiözese Freiburg verantwortlich war.

„Lange, zu lange Zeit“ habe er „viel zu sehr das Wohl der katholischen Kirche und viel zu wenig die Anteilnahme am Leid der Betroffenen und die Fürsorge für die Opfer“ im Blick gehabt. „Heute weiß ich, dass ich im Umgang mit meinen Mitbrüdern, die ihnen anvertraute Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene – auf welche Weise auch immer – missbraucht haben, zu naiv und zu arglos war.“

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