Papst Franziskus ruft zum Gebet für die Einheit der Christen auf

"Beten bedeutet, nach Einheit zu streben; ja zu kämpfen, denn unser Feind, der Teufel, ist – wie schon der Name sagt – der, der spaltet".

Papst Franziskus spricht bei der digitalen Generalaudienz
Foto: Vatican Media / CNA Deutsch

Papst Franziskus hat Christen anderer Konfessionen mit ihren Traditionen und ihrer Geschichte als Geschenk gewürdigt und Katholiken aufgerufen, für sie zu beten.: "Beten bedeutet, nach Einheit zu streben; ja zu kämpfen, denn unser Feind, der Teufel, ist – wie schon der Name sagt – der, der spaltet". 

In der Generalaudienz – einer Live-Übertragung aus dem Apostolischen Palast – sprach der Pontifex über das Gebet für die Einheit der Christen

Einheit ist auch Anliegen der Gebetswoche vom 18. bis 25. Januar, fuhr Franziskus fort: Es gehe darum, "von Gott die Gabe der Einheit zu erflehen, um den Skandal der Spaltungen unter denen zu überwinden, die an Jesus glauben".

"Nach dem letzten Abendmahl hat Jesus für die Seinen gebetet, dass 'alle eins sein sollen' (Joh 17,21). Das ist sein Gebet vor seiner Passion, wir könnten sagen, sein geistliches Testament."

Es ist der Teufel, der Streit und Zwietracht unter den Geschwistern sät, und der Heilige Geist, der zur Einheit führt, so Papst Franziskus am 20. Januar.

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Der Pontifex verknüpfte den Ruf zur Einheit aller Christen mit der persönlichen Einheit mit Gott im Gebet in seiner digitalen Katechese. Auch das Zweite Vatikanische Konzil habe festgestellt, dass "die Störungen des Gleichgewichts, an denen die moderne Welt leidet, im Herzen des Menschen ihren Ursprung haben".

Innere Zerrissenheit führt auch zu gesellschaftlicher Spaltung – während die Einheit mit Gott auch zur Einheit auf Erden führen kann, so die Botschaft des Papstes. "Beten bedeutet, nach Einheit zu streben; ja zu kämpfen, denn unser Feind, der Teufel, ist – wie schon der Name sagt – der, der spaltet. Er löst Spaltung aus, überall und auf jede Art; der Heilige Geist dagegen führt immer alles der Einheit zu", sagte er. 

"Geschwätz ist ein Werkzeug des Teufels"

"Der Teufel versucht uns im Allgemeinen nicht mit hoher Theologie, sondern mit den Schwächen unserer Brüder und Schwestern. Er ist gerissen: Er lässt die Fehler und Mängel der anderen größer erscheinen, sät Zwietracht, stiftet zur Kritik an und schafft Fraktionen", fuhr Franziskus fort.

Gottes Weg ist ein anderer, betonte er: "Er nimmt uns so, wie wir sind und liebt uns so sehr und so wie wir sind – verschieden, Sünder – und drängt uns zur Einheit. Wir können uns selbst prüfen und uns fragen, ob wir in dem Umfeld, in dem wir leben, Konflikte schüren oder ob wir dafür kämpfen, dass die Einheit mit den Instrumenten wächst, die Gott uns gegeben hat: dem Gebet und der Liebe. Konflikte zu schüren, geschieht durch Geschwätz. Dies ist das leichteste Werkzeug des Teufels, um Zwietracht zu bringen".

Die Wurzel der Gemeinschaft ist die Liebe Christi, bekräftigte der Papst. Die Liebe zum Menschen um der Liebe Gottes willen ist es, "die uns dazu bringt, Vorurteile zu überwinden, um im anderen einen Bruder und eine Schwester zu sehen, die man immer lieben muss".

"Denn dann entdecken wir, dass Christen anderer Konfessionen mit ihren Traditionen und ihrer Geschichte ein Geschenk Gottes sind", bekräftigte der Pontifex gegenüber seinen Zuhörern in aller Welt am heutigen Mittwoch. "Das Gebet soll der Ausgangspunkt sein, um Jesus zu helfen, seinen Traum zu verwirklichen: dass alle eins sind".

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