Geiselnahme in texanischer Synagoge: Gebet und Hilfe vom Bischof und örtlicher Pfarrei

Polizeiabsperrung (Illustration)
Foto: David von Diemar / Unsplash (CC0)

Bischof Michael Olson von Fort Worth, Texas, hat zum Gebet für die Betroffenen aufgerufen und örtlichen Katholiken für ihren Einsatz gedankt, nachdem am Samstag in einer Synagoge im nahe gelegenen Colleyville eine Geiselnahme verübt wurde.

Nach 11 Stunden wurde der Täter offenbar von Einsatzkräften der Bundespolizei (FBI) neutralisiert. Die Geiseln konnten unverletzt gerettet werden, berichteten mehrere Medien.

Bei dem toten Angreifer soll es sich nach offiziellen Angaben um einen Einzeltäter handeln; unklar ist, welche Waffen der Mann bei sich trug, der behauptete, Sprengsätze mit sich zu führen, und angab, der Bruder der als radikal-islamischen Terroristin verurteilen Aafia Siddiqui zu sein.

Der Angreifer nahm am Nachmittag (Ortszeit) vier Geiseln in dem jüdischen Gotteshaus, darunter Rabbiner Charlie Cytron-Walker, und verlangte, Siddiqui freizulassen oder ihm zu erlauben, mit ihr zu sprechen.

Um 21.30 Uhr Ortszeit ertönte ein lauter Knall, gefolgt von einem kurzen Schusswechsel. Drei Minuten später tweetete der texanische Gouverneur Greg Abbott: "Gebete erhört. Alle Geiseln sind am Leben und in Sicherheit."

Siddiqui, eine pakistanische Wissenschaftlerin, die ihren Abschluss am Massachusetts Institute of Technology gemacht hat und vor ihrer Rückkehr nach Pakistan in der Gegend von Boston lebte, ist eine umstrittene Figur: Sie wird von den US-Geheimdiensten als gefährliche Terroristin mit engen Verbindungen zu Al-Qaida angesehen, die Anschläge auf die US-Streitkräfte in Afghanistan geplant habe. In Pakistan wird sie jedoch als Nationalheldin betrachtet, und das Land hat wiederholt ihre Freilassung gefordert.

Die dreifache Mutter und einzige Frau, die wegen terroristischer Handlungen im Zusammenhang mit dem 11. September 2001 verurteilt wurde, ist seit 2008 im Federal Medical Center-Carswell Gefängnis in Fort Worth inhaftiert. Damals wurde sie wegen Angriffs mit einer Schusswaffe auf Offiziere der US-Armee in Afghanistan verurteilt. Der Ortsverband Fort Worth des Council on American-Islamic Relations (CAIR), der Siddiquis  verteidigt, gab im Juli 2021 bekannt, dass die Muslima von einem anderen Häftling angegriffen worden sei und sich in Einzelhaft befinde.

Während der Geiselnahme hatte Saddiquis Anwältin, Marwa Elbially, eine Erklärung veröffentlicht, in der es hieß: "Wir möchten erklären, dass es sich bei dem Täter NICHT um den Bruder von Dr. Aafia handelt, der ein angesehener Architekt und Mitglied der Gemeinschaft ist. Wer auch immer der Angreifer ist, wir möchten ihn wissen lassen, dass seine Taten von Dr. Aafia und ihrer Familie verurteilt werden", und bezeichneten die Taten des Verdächtigen als "abscheulich und falsch".

Die Presse, die live über die Verhandlungen mit dem FBI, der örtlichen Polizei und einem Sondereinsatzkommando berichtete, arbeitete von der katholischen Kirche Good Shepherd – vom Guten Hirten – aus, die Zugang zu beheizten Räumlichkeiten und Verpflegung bot.

Auch der Polizeichef von Colleyville, Michael Miller, dankte der katholischen Gemeinde für ihre Unterstützung während der Krise. "Ich bin Christ, ich bin gläubig, und ich habe sofort ein Gebetsnetzwerk aktiviert", sagte Miller gegenüber der Presse.

In einem Tweet teilte Bischof Olson mit: "Gott sei Dank sind [die Geiseln] in Sicherheit. Vielen Dank an die Gemeindemitglieder von @goodshepherd_tx und ihren Pfarrer Pater Michael Higgins, TOR, für ihre Hilfe und wohltätige Unterstützung für die Ersthelfer und die Familien der Geiseln".

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.