Junge Katholiken wenden sich nach "Traditionis Custodes" an Papst Franziskus

Treu zur Kirche und dem Papst: Junge Katholiken appellieren an Papst Franziskus nach "Traditionis Custodes" im Juli 2021
Foto: Screenshot / YouTube

Mit Beiträgen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Estland, USA, Nigeria, Indonesien, Kroatien, Irland, Australien und Sri Lanka haben junge Katholiken einen persönlichen Appell an Papst Franziskus veröffentlicht, indem sie erklären, warum sie die Traditionelle Lateinische Messe (TLM) lieben. 

Die jungen Katholiken versichern, treu zum Papst und der Katholischen Kirche zu stehen, widersprechen Vorurteilen "von manchen der älteren Generation" gegen die TLM und fragen Franziskus: "Können wir auf Dich zählen?"

Der Video-Appell, der auf YouTube veröffentlicht wurde, ist eine von mehreren Initiativen - und eine bemüht positive Reaktion inmitten zahlreicher, deutlich kritischer Bedenken angesichts der Maßnahmen des Papstes gegen die auch als "alte Messe" oder "Messe in der überlieferten Form" bekannte TLM. 

Mit dem Motu proprio, das wörtlich "Hüter der Tradition" heißt und am 16. Juli herausgegeben wurde, verfügte Papst Franziskus mit sofortiger Wirkung weitreichende und tiefgreifende Änderungen des Schreibens Summorum Pontificum seines Vorgängers Benedikt XVI. aus dem Jahr 2007. Dieses erkannte das Recht aller Priester an, die Messe unter Verwendung des Römischen Messbuchs von 1962 zu feiern.

In einem Begleitbrief an die Bischöfe, in dem er seine Entscheidung darlegt, schreibt Papst Franziskus: "Zur Verteidigung der Einheit des Leibes Christi sehe ich mich gezwungen, die von meinen Vorgängern gewährte Erlaubnis zu widerrufen. Der verzerrte Gebrauch, der von dieser Erlaubnis gemacht worden ist, steht im Widerspruch zu den Absichten, die zur Gewährung der Freiheit geführt haben, die Messe mit dem Missale Romanum von 1962 zu feiern."

Mehrere Kardinäle, prominente Publizisten und Theologie-Professoren haben scharfe Kritik an "Traditionis Custodes" geübt. 

Kardinal Gerhard Ludwig Müller stellte schwere Mängel an dem Papstschreiben fest - theologische wie pastorale. Vor allem aber wirft der Professor für Dogmatik die Frage nach dem Cui Bono? auf: Wem mit diesem Schreiben gedient werde.

"Statt den Geruch der Schafe annehmen, schlägt hier der Hirte hier mit seinem Stab kräftig auf sie ein", so der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation. Gerade die vielen jungen Katholiken, die sich zur TLM hingezogen fühlen, würden von Franziskus übergangen. 

 "Angesichts der Disproportion im Engagement gegen die massiven Angriffe auf die Einheit der Kirche im deutsch-synodalen Weg (und bei sonstigen Pseudo-Reformern) und der harschen Disziplinierung der altrituellen Minderheit drängt sich das Bild von der Feuerwehr auf, die statt des lichterloh brennenden Hauses zuerst die kleine Scheune daneben rettet", so Müller.

George Weigel, der Biograph von Papst St. Johannes Paull II., bezeichnete das päpstliche Dokument als "theologisch inkohärent, pastoral spaltend, unnötig" und "grausam".

Kardinal Joseph Zen, Bischof emeritus von Hong Kong, verurteilte zudem das Papstschreiben als unnötige "Demütigung" von Papst emeritus Benedikt XVI. und betont, das Problem sei nicht die Frage, welchen Ritus die Menschen bevorzugten, sondern "warum gehen sie nicht mehr zur Messe?"

Umfragen zeigten, dass in Europa die Hälfte der christlichen Bevölkerung nicht mehr an die Realpräsenz Jesu in der Eucharisie glaube, so Zen. 

"Sicherlich geben wir der Liturgiereform nicht die Schuld, aber wir müssen einfach sagen, dass das Problem viel tiefer liegt", fuhr er fort. "Wir können der Frage nicht ausweichen: 'Hat es nicht vielleicht an Bildung im Glauben gefehlt? Wurde die große Arbeit des Konzils nicht vielleicht vergeudet?'"

Letztes Update 23. Juli 2021 um 11:24 Uhr

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