Kardinal Christoph Schönborn: "'Querida Amazonia' geht einen überraschenden Weg"

Kardinal Christoph Schönborn bei der Pressekonferenz im Vatikan am 18. Januar 2016
Foto: CNA/Daniel Ibanez

Einen "überraschenden neuen Weg" geht Papst Franziskus laut Kardinal Christoph Schönborn mit seinem Schreiben "Querida Amazonia": Er präsentiere offiziell das Schlussdokument der Synode und stelle dieses in den "Mittelpunkt", betont der Erzbischof von Wien und Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz.

Im Mittelpunkt von "Querida Amazonia" wiederum stehe jedoch die Dringlichkeit der Evangelisierung, betont Schönborn.

Wer erwarte, dass der Papst den Zölibat "lockere", werde enttäuscht. Vielmehr versuche der Pontifex, den Konflikt zu überwinden. Es gege dem Papst auch darum, "ohne gleich auf die Viri Probati, die verheirateten Priester als 'Ausweg' zu kommen", erst einmal alle "bisher wenig gegangenen Wege" zu gehen, so der Kardinal.

Der Papst betone einerseits die Unverwechselbarkeit und Unersetzbarkeit des sakramentalen Priestertums, anderseits aber seinen völligen Dienstcharakter für das Volk Gottes und seine Heiligung, kommentiert Schönborn. "Wenn es stimmt, dass 'die Eucharistie die Kirche macht', d.h. aufbaut, dann dürfen die Völker Amazoniens nicht der Sakramente der Eucharistie und der Vergebung entbehren", betont Schönborn.

Papst Franziskus habe "keine simplen Lösungen parat, aber die Freude des Evangeliums gibt ihm jene Zuversicht, die sich nicht entmutigen lässt. Und er sagt all dies nicht nur für Amazonien, sondern für uns alle".

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