Kundgebung gegen "Synodalen Weg" in München

Acies Ordinata vor der Theatinerkirche in München am 18. Januar 2020
Foto: AC Wimmer / CNA Deutsch
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Mitten in München haben am heutigen Samstag Katholiken bei einer weitgehend stummen Gebetskundgebung für die Einheit der Kirche gebetet und "respektvoll" gegen den "Synodalen Weg" demonstriert. Bei einer anschliessenden Pressekonferenz rief ein Redner auch zu einem Boykott der Kirchensteuer auf.

Vor der berühmten, gelben Fassade St. Kajetans - der Theatinerkirche - stellten sich die etwa 100 Teilnehmer in Formation an der Feldherrnhalle am heutigen Samstag öffentlich zum Gebet auf. Eine Stunde lang standen sie reglos im kalten Wind, um am Schluss gemeinsam zum Gebet anzustimmen.  

Organisiert wurde die Veranstaltung auf dem Odeonsplatz von der "Acies Ordinata". Diese bezeichnet sich selbst als "internationale Koalition katholischer Laien, die der Tradition der Kirche treu sind".

Nach zwei vorhergehenden Kundgebungen, die am 19. Februar und 28. September 2019 in Rom stattfanden, wurde die bayerische Hauptstadt München gewählt, weil sie der Bischofssitz von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, ist. Die deutschen Bischöfe, die ideologische und finanzielle Förderer der Amazonassynode waren, stellen heute die Speerspitze der Revolution in der Kirche dar."

Neben dem Synodalen Weg und der Kirchenkrise war auch die Amazonassynode ein Thema der Pressekonferenz nach der stillen Kundgebung der "Acies Ordinata".

Professor Roberto de Mattei rief die Katholiken Deutschlands zu einem Boykott der Kirchensteuer auf. Die aktuelle Situation verglich der Historiker mit dem Begriff des Kulturkampfs.

"Der Begriff Kulturkampf kam auf, um die Verfolgung der Katholiken unter Reichskanzler Bismarck Ende der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts zu kennzeichnen. Der kommunistische Denker Antonio Gramsci forderte seinerseits einen neuen Kulturkampf gegen die katholische Kirche. Er konnte sich gewiss nicht vorstellen, daß sein Plan der gesellschaftlichen Säkularisierung von den Bischöfen ausgeführt würde. Und an diesem Punkt stellt sich uns allen die entscheidende Frage: Darf ein Katholik sich zum Komplizen der „Entkatholisierung“ seines Landes machen?"

Mattei sagte, er verstehe "sehr genau die schmerzhafte Gewissensfrage, die sich stellt. Kirchensteuer zu zahlen heißt freilich direkt an der fortschreitenden Säkularisierung der Kirche in Deutschland und, dank des ideologischen Drucks und der finanziellen Potenz der deutschen Bischöfe, weltweit mitzuarbeiten. Kirchensteuer zu zahlen, bedeutet in diesem Moment, den Synodalen Irr-Weg zu unterstützen".

Natürlich gebe es eine Verpflichtung, die Kirche materiell zu unterstützen. Doch getaufte Katholiken de facto zu exkommunizieren, wie es die deutsche Bischofskonferenz tue, wenn man die Kirchensteuer nicht mehr zu zahlen bereit sei, stellte der Professor in Frage.

Wesentliches Kriterium der Zugehörigkeit zur Kirche ist der Glaube, den jeder Katholik in der Taufe empfängt. Das kann und darf nicht auf die Zahlung einer Abgabe reduziert werden!", so de Mattei.

Nur eine zutiefst säkularisierte Institution könne eine derartige Gleichsetzung von Glaubensbekenntnis und Steuermoral dekretieren. "Die Kirche in Deutschland - es gibt keine deutsche Kirche jenseits der Alpen! - ist reich an Geldmitteln, aber arm und immer ärmer an spiritueller Substanz. In den Augen eines bekennenden Christen erscheint sie als bürokratischer Funktionärsapparat, der sich bereitwillig der öffentlichen Meinung und dem Diktat ziviler Behörden unterwirft", fuhr der Historiker fort.

"Wer das kostbare Gut des sakramentalen Lebens um den Preis der Kirchensteuer verkauft, begeht die Sünde der Simonie (Apg 8, 5.24). Dieser Ausverkauf geistlicher Gaben ist Kennzeichen aller großen Krisen im Laufe der Kirchengeschichte."

Unter den Rednern war auch Alexander Tschugguel. Der junge Österreicher sorgte weltweit für Aufsehen, als er die umstrittene "Pachamama"-Holzfiguren der Amazonassynode aus einer römischen Kirche entwendete und in den Tiber warf. Im Literaturhaus warnte er eindrücklich davor, die Kirche "in eine NGO zu verwandeln."

Diese Anliegen brachten die Katholiken auf dem Odeonsplatz ins Gebet ein. Nach einer Stunde der Meditation in der winterlichen Kälte sangen sie gemeinsam das lateinische Credo.

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