Kirche 2015: Weniger Gläubige, weniger Pfarreien, weniger Gottesdienstbesucher

Kardinal Marx: Wir brauchen eine "anspruchsvolle Pastoral", die "unterschiedlichen Lebenswelten gerecht werden will"

Die Kirchen werden noch leerer: Auch 2015 sank insgesamt die Zahl der Gottesdienstbesucher in Deutschland.
Foto: Manfred Antranias Zimmer via Pixabay (Gemeinfrei)
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Die Kirche in Deutschland schrumpft weiter. Das zeigen die heute veröffentlichten Zahlen der Bistümer in der Bundesrepublik für das Jahr 2015. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, spricht dennoch von der Kirche als weiterhin "starke Kraft (...), deren Botschaft gehört und angenommen wird".

Der katholische Glaube ist und bleibt die größte Religionsgemeinschaft Deutschlands mit 23,7 Millionen Mitgliedern: Etwa 29 Prozent, also knapp ein Drittel aller Menschen im Land ist katholisch. Davon geht im Durchschnitt jedoch nur noch jeder Zehnte seiner Sonntagspflicht nach: 10,4 Prozent aller Katholiken besuchen die heilige Messe. Zur Beichte wurden keine Zahlen veröffentlicht.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist dagegen weiter hoch: Im Jahr 2015 haben 181.925 Schafe die katholische Herde verlassen. 2014 waren es allerdings sogar 217.716. Zum Vergleich: Nur 2.685 Menschen traten in die Kirche ein (-124 im Vergleich zu 2014) und 6.474 wurden wieder aufgenommen.

Die Gesamtzahl der Priester sank, wie die der Pfarreien, ebenfalls: Sie liegt bei 11.963 (2014: 12.219). Pfarreien in Deutschland gab es 2015 insgesamt 10.817. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Taufen mit 167.226 sehr leicht gestiegen (2014: 164.833), wie auch die Zahl der Trauungen mit 44.298 (2014: 44.158). Bei den anderen Sakramenten sind dagegen leichte Rückgänge zu verzeichnen.

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, teilte in einer Stellungnahme mit: "Auch wenn die Zahl der Kirchenaustritte im Vergleich zum Jahr 2014 durchaus zurückgegangen ist, muss uns die dennoch hohe Ziffer weiterhin anhalten, in unserem seelsorglichen Bemühen nicht nachzulassen. Wir brauchen eine 'anspruchsvolle Pastoral', die den unterschiedlichen Lebenswelten der Menschen gerecht werden will und die Hoffnung des Glaubens überzeugend weitergibt."

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