Kölner Generalvikar distanziert sich von BDKJ-Kampagne

Markus Hofmann: "Will jemand ernsthaft behaupten, dass der Glaube an Christus mit diesen Sprüchen besser verständlich, leichter zugänglich wird?"

Monsignore Markus Hofmann
Foto: Erzbistum Köln / Boecker / Wikimedia / dronepicr (CC BY 2.0)

Der Generalvikar des Erzbistums Köln, Markus Hofmann, hat sich heute von der umstrittenen Kampagne "Katholischkreuz" distanziert, mit der der Diözesanverband des Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) in Köln für Aufsehen gesorgt hatte. 

"Ich finde es gut, wenn junge Katholikinnen und Katholiken nach einer eigenen Sprache für ihren Glauben suchen", wird Hofmann von der Erzbischöflichen Pressestelle zitiert, "wir sollten dabei in der Kirche auch nicht überempfindlich sein, sondern Verständnis haben für manches, was vielleicht etwas salopp oder leichtfertig formuliert scheint."

Er ermutige "alle jungen Leute, die Fragen an ihren Glauben haben", sich zu Wort zu melden und die Fragen auszusprechen, so der Generalvikar weiter. Die Jugend solle weiter nach Antworten und auch nach eigenen Ausdrucksformen zu suchen. Nach seiner Ansicht sei der Kölner Diözesanverband des BDKJ jedoch weit über das Ziel hinausgeschossen:

"Die Sprüche der BDKJ-Kampagne im Erzbistum Köln dienen aber nicht solchen Zielen, sondern sind in meinen Augen reine Provokation. Es ist offensichtlich, dass vieles, was da formuliert wurde, in krassem Widerspruch steht zu dem, was wir als Katholiken glauben. Ich sehe hier großen Gesprächsbedarf. Will jemand ernsthaft behaupten, dass der Glaube an Christus mit diesen Sprüchen besser verständlich, leichter zugänglich wird? Ich jedenfalls vermag das nicht zu erkennen und distanziere mich von dieser Kampagne. Alle jungen Katholikinnen und Katholiken will ich aber ermutigen: Suchen wir gemeinsam nach neuen Wegen zu Christus! Provokation und Polemik gibt es in der Kirche schon genug."

Die Kampagne "Katholischkreuz", über die CNA Deutsch bereits letzte Woche berichtete, hatte auch innerhalb des eigenen Verbandes für Kritik gesorgt. Pfarrer Norbert Fink, BDKJ-Präses im Kölner Diözesanverband, hatte in einem Interview mit CNA Deutsch den Vorwurf erhoben, der Jugendverband mache "Falschaussagen über unseren Glauben". Der BDKJ wird unter anderem mit Kirchensteuer-Mitteln finanziert.

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