Krieg und Leid in Syrien: Der Appell der drei Patriarchen

Blitzschlag über Damaskus
Foto: Amer Jazaerli (CC BY 2.0)
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Drei christliche Patriarchen haben bereits am vergangenen 23. August einen Aufruf für Syrien gestartet; einen Appell, die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Syrien aufzuheben, um einer gequälten und zerstörten Bevölkerung Hoffnung zu schenken. Der Aufruf wird in diesen Tagen erneut aktuell, da sich die Situation – trotz des Waffenstillstandes – nicht verbessert.

Am 15. September wurde ein Sprengkörper auf Aleppo abgeworfen und traf den syrisch-katholischen Bischofssitz von Azizieh, im Westen der Stadt. Diese Situation hat die Waffenruhe in Gefahr gebracht, die mit Eid, dem Opferfest, begonnen hatte. Eine Waffenruhe , die den letzten Akt einer Reihe diplomatischer Bemühungen der Vereinigten Staaten und Moskaus darstellt, um einen Konflikt zu beenden, der in fünf Jahren 300.000 Tote und Millionen Flüchtlinge verursacht hat.

Neben der Hoffnung auf des Ende des Konflikts sprachen die Patriarchen noch weitaus konkretere Fragen an. Im Aufruf, der am vergangenen 23. August unterzeichnet worden war, hatten Johannes X., Ignatius Aphrem II. und Gregor III., Patriarchen der griechisch-orthodoxen der syrisch-orthodoxen, sowie der melkitischen griechisch-katholischen Kirche gefordert, dass die internationale Gemeinschaft die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Syrien aufhebe.

Sie hoben hervor, dass "diese Sanktionen einen weiteren Aspekt der Krise darstellen und zusätzlichen Druck auf Individuen, Institutionen, Betriebe und folglich auf die gesamte Bevölkerung erzeugen". Denn das "Fehlen neuer Investitionen, das Verbot internationaler Flüge nach Syrien, die Verringerung des Exports und die Tatsache, dass einige syrische Unternehmen auf die schwarze Liste des Handels gesetzt wurden, isoliert Syrien von der internationalen Gemeinschaft und hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Personen.  Wie es auch andere Sanktionen wie die Schließung vieler Botschaften und die Blockierung von Geldtransfers haben.

Das alles sind Entscheidungen, die getroffen wurden, um der Finanzierung des Terrorismus entgegenzuwirken und sie sind in einem Land, das von Krieg betroffen ist, notwendig. Aber leider treffen sie auch die Bevölkerung, so dass "die Armen und die Arbeiter" die Möglichkeit gefährdet sehen, für ihre grundlegenden Bedürfnisse sorgen zu können. Letztendlich: "Trotz der Beschlüsse" und Friedensbemühungen geht es Syrien immer schlechter.

Die Initiativen zugunsten Syriens nehmen zu. Mehrere Mal hat Papst Franziskus auf die syrische Situation Bezug genommen und seine erste diplomatische Initiative war gerade ein Tag des Fastens und Betens für den Frieden in Syrien und im Mittleren Orient. Der Heilige Stuhl hat stets eine politisch-diplomatische Lösung gesucht und verschiedene Optionen abgelehnt, die das Territorium des Landes "spalten" oder eigenen Raum für die verfolgten Minderheiten schaffen würden.

Während die Idee eines Raums für die verfolgten Minderheiten im Mittleren Orient von den Vereinten Staaten erneut vorgeschlagen wurde, gibt es andere Initiativen, die die Position des Briefes der Patriarchen unterstützen. Die Stiftung Novae Terrae hat auf der Plattform CitizenGo eine Petition eingestellt, um das Ende der Belagerung des syrischen Volkes und der Sanktionen gegen Syrien zu erreichen.

In der Petition heißt es: "Obwohl das syrische Volk diese Krise mit Standhaftigkeit durchlebt, verschlimmert sich die soziale Situation ständig und die Leiden der Menschen nehmen beharrlich zu. Die internationale Gemeinschaft muss die Sanktionen aufheben -  bevor ein ganzes Volk stirbt."

Diese Worte spiegeln jene der drei Patriarchen wider, die ihren Wohnsitz in Damaskus haben. Sie betonen, "zutiefst das Leid des syrischen Volkes und aller Religionen und Konfessionen zu empfinden". Deshalb "erheben sie ihre Stimme zu diesem humanitären Aufruf und fordern die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen"; ebenso verlangen sie "außerordentliche Maßnahmen, um in einer humanitären Dimension mutige, kluge und verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen". Entscheidungen, die "auch der Arbeit der kirchlichen Gemeinden im Gebiet helfen" und den Einfluss der Emigration stoppen werden.

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