Landesrektorenkonferenz NRW: Kölner Theologie-Hochschule bietet "keinerlei Mehrwert"

Lambert T. Koch
Foto: screenshot / YouTube / Deutscher Hochschulverband

In der Debatte um die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) hat der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz Nordrhein-Westfalen, Lambert T. Koch, die Einrichtung dafür kritisiert, "keinerlei Mehrwert" zu bieten. Koch ist Rektor der Bergischen Universität Wuppertal und sprach am Montag mit dem Kölner Stadt-Anzeiger über die KHKT.

"Was sollte diese kleine rein kirchliche Einrichtung mit ihren derzeit gerade einmal fünf Professuren leisten, wozu staatliche Universitäten mit voller Personalausstattung nicht im Stande wären?", fragte Koch. "Das erschließt sich uns als Landesrektorenkonferenz bislang nicht, so dass die Frage bleibt: Warum der Aufwand? Sollte dem Ganzen am Ende doch ein Mangel an Vertrauen in die Ausbildung an öffentlich-rechtlichen Institutionen wie den Universitäten zugrunde liegen?"

Er hoffe, dass der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki als Großkanzler der KHKT nicht ein "lehramtstreues Gegengewicht zur angeblich viel zu liberal ausgerichteten Theologie der Bonner Fakultät" schaffen wolle, wie es der Fragensteller Joachim Frank formuliert hatte.

"Andernfalls begäbe er sich wissenschaftspolitisch auf ein gefährlich glattes Eis", argumentierte Koch. "Wenn der Erzbischof, der bei der Errichtung der KHKT mit dem Hirtenstab vorneweg schreitet, sich in Fragen der Qualität von Forschung und Lehre einmischen und theologische Wissenschaft an ideologischen Kriterien messen wollte, würde er eindeutig die Kompetenzen, die ihm staatskirchen- und verfassungsrechtlich zustehen, überschreiten."

Bereits "in der Vergangenheit" seien bei der Erteilung der kirchlichen Lehrerlaubnis für Professoren an staatlichen Hochschulen "Grenzen verletzt" worden.

"Eine ideologische Clusterung von Forschung und Forschenden, Lehre und Lehrenden verbietet sich für einen seriösen Umgang mit Wissenschaft", warnte Koch. "Es mutet merkwürdig an, hieran ausgerechnet den Erzbischof von Köln erinnern zu müssen, der in der Deutschen Bischofskonferenz an der Spitze der Kommission für Wissenschaft und Kultur steht."

Geschichte der KHKT

Die Kölner Hochschule für Katholische Theologie geht zurück auf das 1913 gegründete Missionshaus St. Augustin der Steyler Missionare. Seit 1925 bzw. 1932 wurde der Ordensnachwuchs dort in Philosophie und Theologie ausgebildet – und später auch Studenten, die nicht Teil der Steyler Missionare waren.

2020 übernahm das Erzbistum Köln die Hochschule, nachdem der Orden sie nicht mehr tragen konnte. Der Standort der sodann umbenannten Hochschule wurde 2021 von St. Augustin nach Köln verlegt.

Die Finanzierung der KHKT erfolgt derzeit über ein Sondervermögen, über das Kardinal Rainer Maria Woelki selbst verfügen kann. Noch in diesem Jahr soll aber ein anderes Konzept vorgestellt werden.

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