Marsch für die Märtyrer rückt "globale Krise der Christenverfolgung" in den Mittelpunkt

Der Marsch für die Märtyrer in Washington, D.C., 25. September 2021
Foto: Christine Rousselle/CNA Deutsch

Am Samstag fand in Washington D.C. der zweite jährliche Marsch für die Märtyrer statt – eine Veranstaltung, bei der verfolgter Christen gedacht und Betroffene ihre Erfahrungen öffentlich teilten.

Für Gia Chacon, die Vorsitzende der Gruppe "Für die Märtyrer", die den Marsch am 25. September organisierte, ging es an diesem Tag vor allem darum, auf die globale Krise der Christenverfolgung aufmerksam zu machen.

"Der Grund, warum sich die Menschen nicht um die Christenverfolgung kümmern, ist, dass sie einfach nicht wissen, dass sie stattfindet", so Chacon gegenüber CNA. "Wenn wir uns die Länder im Nahen Osten ansehen, und sogar das, was jetzt in Afghanistan passiert - und es ist nicht nur im Nahen Osten, es ist in China, es ist in Nordkorea, und eigentlich in über 60 Ländern auf der ganzen Welt."

"Es ist die Aufgabe des Leibes Christi hier in den Vereinigten Staaten, die Stimme [der verfolgten Christen] zu sein, sonst leiden unsere Brüder und Schwestern nur im Stillen", sagte sie.

Während Chacon und die Mehrheit des Beirats von For the Martyrs Katholiken sind, war der Marsch am Samstag ökumenisch und mit vielen Rednern aus protestantischen Kirchengemeinschaften besetzt.

Es sei wichtig, so Chachon, "mit einer Stimme zu sprechen", um für die Christen in Übersee einzutreten, die ihr Leben riskieren, wenn sie Gott anbeten.

Dieser Meinung war auch Pater Benedict Kiely, der Gründer von Nasarean.org und Priester des Ordinariats Unserer Lieben Frau von Walsingham. Im Jahr 2014 beschloss Kiely, sein Leben und seinen Dienst dem Dienst und der Hilfe für die verfolgte Kirche im Nahen Osten zu widmen.

"Die Tatsache, dass die Christen die am meisten verfolgte religiöse Gruppe der Welt sind, wird kaum beachtet. Daher ist jede öffentliche Darstellung, die das Bewusstsein dafür schärft, sehr wichtig", sagte er gegenüber CNA.

Die Überwindung der Spaltung unter den Christen ist ein weiterer Punkt, den Kiely hervorheben wollte.

"Ich habe es selbst von den Menschen im Irak und in Syrien gehört: Wenn die Islamisten kommen, um dir den Kopf abzuschlagen, fragen sie nicht, ob du Katholik, Protestant oder Orthodoxer bist. Sie fragen dich, ob du an Jesus glaubst", sagte Kiely. "Das ist der Punkt. Das eint uns. Das ist es, was Papst Franziskus 'die Ökumene des Blutes' genannt hat."

Für Pater Vincent Woo, einen gebürtigen Hongkonger und Priester der Diözese Hongkong, war der Marsch "Für die Märtyrer" persönlicher als für viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

"Die Verfolgung von Demokratie-Aktivisten in Hongkong, die Unterdrückung der Freiheit - das wird der Kirche sehr bald widerfahren", sagte er. "Dies ist eine Möglichkeit, Solidarität mit Christen auf der ganzen Welt zu zeigen, besonders mit denen, die verfolgt werden.

Die sozialen Medien spielten bei der Verbreitung des Marsches "Für die Märtyrer" eine wichtige Rolle. Dorothea Bauer, die aus Tampa (Florida) nach Washington gereist war, erzählte CNA, dass sie zunächst auf Instagram von der Veranstaltung erfahren hatte.

"Ich finde es wirklich schön, dass wir unseren Brüdern und Schwestern in Christus auf der ganzen Welt, die für ihren Glauben leiden, eine Stimme geben", sagte Bauer.

Payton Gibson aus Maryland sagte, dass sie zur Teilnahme am diesjährigen Marsch "Für die Märtyrer" inspiriert wurde, nachdem sie die Berichterstattung über die Veranstaltung im letzten Jahr gesehen hatte. Sie erzählte CNA, dass sie beeindruckt war, als sie hörte, wie Chacon über ihre Arbeit mit der verfolgten Kirche und ihre Reisen nach Übersee sprach.

"Das hat mich sehr berührt, vor allem jetzt, wo ich in der Gegend von D.C. bin. Es hörte sich nach einer großartigen Veranstaltung an", sagte Gibson.

Am Samstag wurde die Veranstaltung an die Ostküste verlegt; im letzten Jahr fand der Marsch "Für die Märtyrer" in Long Beach, Kalifornien, statt. Der Umzug war sowohl strategisch als auch symbolisch: Chacon sagte, sie wolle die Aufmerksamkeit mächtiger Persönlichkeiten auf sich ziehen, um verfolgten Christen zu helfen und das Bewusstsein für die Sache weiter zu erhöhen.

"Wir freuen uns, hier in der Hauptstadt des Landes zu sein und ein Zeichen zu setzen, dass die Verfolgung von Christen nicht länger ignoriert wird", sagte Chacon. "Unsere Brüder und Schwestern in diesen Ländern sind nicht vergessen, und der Herr hat immer noch den Sieg."

Alejandro Bermudez, Exekutivdirektor von CNA, ist Mitglied des Beirats von For the Martyrs.

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.