Missbrauchsstudie im Bistum Mainz für erste März-Woche 2023 angekündigt

Blick auf den Mainzer Dom
Foto: screenshot / YouTube / German Drone Stock Footage

Im Bistum Mainz soll die im Juni 2019 in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie in der ersten März-Woche 2023 vorgestellt werden. Das kündigte der mit der Durchführung der Studie beauftragte Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber am Dienstagmorgen an.

"Wenn Rechercheergebnisse und die daraus folgenden Bewertungen die Basis für die Aufarbeitung einer gesellschaftlich so wichtigen Thematik wie dem institutionellen sexuellen Missbrauch liefern sollen, steht Sorgfalt an erster Stelle", betonte Weber. "Und eine sorgfältige und qualitativ hochwertige Bewertung der Rechercheergebnisse braucht seine Zeit."

Im Oktober 2020 hatten Weber und sein Co-Autor Johannes Baumeister einen ersten Zwischenbericht präsentiert und gingen von 273 Beschuldigten und 422 Missbrauchsbetroffenen aus. "Wie schon im Zwischenbericht im Oktober 2020 formuliert, ist in der EVV-Studie das Spektrum der Betroffenen wie der Beschuldigten deutlich weiter gefasst als bei der MHG-Studie", so die Pressemitteilung. "Unter den Betroffenen sind neben Kindern und Jugendlichen auch Erwachsene, zu den Beschuldigten gehören neben Klerikern auch Angestellte und ehrenamtlich Tätige."

Bis heute seien weitere Meldungen hinzugekommen und "haben die bis zum Zwischenbericht vorhandenen Erkenntnisse zusätzlich geschärft und ergänzt", sagte Weber. Man führe weiterhin Gespräche mit Betroffenen.

"Es geht nicht nur um Zahlen, die Darstellung der Taten in der Öffentlichkeit, die Benennung von Namen Verantwortlicher oder deren öffentliche Verurteilung", so der Rechtsanwalt. "Wir wollen in erster Linie nicht anklagen, sondern verstehen."

Weber hatte von 2015 bis 2017 bereits eine umfangreiche Untersuchung zur körperlichen und sexuellen Gewalt bei den Regensburger Domspatzen durchgeführt.

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