Mit Benedikt XVI. durch Maria zu Jesus

Papst Benedikt XVI. beim Weltfamilientreffen am 1. Juni 2012.
Foto: CNA/Weltfamilientreffen 2012

Mit dem Büchlein "Du bist voll der Gnade", das zahlreiche Predigten und Gebete von Joseph Ratzinger bzw. Benedikt XVI. an Marienwallfahrtsorten zusammenstellt, können katholische Leser einem Wunsch des Passauer Bischofs Stefan Oster nachkommen.

Dieser hatte am Ostersonntag in Marktl am Inn, dem Geburtsort des emeritierten Papstes, die Hoffnung ausgedrückt, "dass viele von uns auch leichteren Zugang finden zu seinem Leben und Denken, zu seinen Texten und zu seinem Geburtshaus hier". Es gibt wohl kaum einen leichteren Zugang als die Predigten des großen Theologenpapstes.

Und was könnte passender sein, als sich mit Benedikt im Marienmonat Mai der Muttergottes zu nähern – und damit, wie er immer wieder betont, Jesus Christus selbst inniger kennenzulernen?

Ratzinger stellte schon immer die großen Fragen, was bereits seine Studenten liebten. So auch 1988, als er auf Wallfahrt in Maria Thalheim sagte: "Und nun fragen wir, wie geht das eigentlich zu glauben?"

Die Antwort ist – auch das kennt man – zutiefst biblisch: "Darauf antwortet uns wiederum das heutige Evangelium, Maria, mit dem, was sie zu Elisabet sagt. Sie lobt nicht sich selbst, sie ist nicht stolz auf das, was sie ist oder kann – sie betet. Sie sagt: 'Meine Seele preist den Herrn' (Lk 1,46), oder wenn wir es wörtlich aus dem Griechischen übersetzen: 'Meine Seele macht den Herrn groß'."

"Glauben aber heißt: Meine Seele macht den Herrn groß, das heißt, ich bin gar nicht für mich da, ich lasse Ihn herein, und bin jemand, durch den Er in der Welt wohnt", erläutert Ratzinger. "Und das ist eigentlich glauben: Gott Platz anbieten, Ihn hereinlassen in das eigene Leben. Hereinlassen, das geht dadurch vor sich, dass wir überhaupt Zeit für ihn haben […] Zeit für ihn haben, das heißt dann eben, dass wir mit Ihm reden und Ihn zu uns reden lassen."

Auch etwa zum Rosenkranzgebet findet Benedikt XVI. schöne Worte. "Dieses volkstümliche Mariengebet ist ein kostbares geistliches Mittel, um in der Vertrautheit mit Jesus zu wachsen und in der Schule der allerseligsten Jungfrau zu lernen, stets den göttlichen Willen zu tun", sagte er als Papst in Pompeji.

In derselben Meditation kam er außerdem auf die Bedeutung von Stille, "die erfüllt ist von Gott", zu sprechen – selbst beim gemeinschaftlichen Gebet.

"Per Maria ad Iesum" – durch Maria zu Jesus – ist eine altbekannte Leitlinie, die der katholischen Marienverehrung ihren rechten Platz zuweist. Das tiefe, aber auch den einfachen Gläubigen gut zugängliche Büchlein "Du bist voll der Gnade" fügt dem sozusagen hinzu: Mit Benedikt XVI. durch Maria zu Jesus.

Joseph Ratzinger / Benedikt XVI., "'Du bist voll der Gnade'. Auf Wallfahrt zu Marienheiligtümern" ist im Verlag Schnell & Steiner erschienen und hat 200 Seiten.

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