Mit Gott "Verschiedenheit aushalten": Georg Bätzing in Limburg zum Bischof geweiht

Kardinal Woelki weiht Georg Bätzing zum Bischof am 13. September 2016.
Foto: Bistum Limburg
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Das Bistum Limburg hat einen neuen Bischof: Nach zweieinhalb Jahren der Sedisvakanz ist nun der gestern geweihte Georg Bätzing als 13. Bischof der Diözese im Amt. Papst Franziskus hatte ihn am 1. Juli 2016 zum Nachfolger von Franz-Peter Tebartz-van Elst ernannt.

Am gestrigen Kreuzfest-Sonntag, 18. September, weihte Kardinal Rainer Maria Kardinal Woelki in seiner Funktion als Metropolit der Rheinischen Kirchenprovinz den 55-jährigen in Anwesenheit von über 2.000 Gästen.

Wahlspruch des Westerwälders ist ein Vers aus dem Trierer Pilgergebet: Congrega in Unum ("Führe zusammen"). 

Wie Bischof Bätzing in seiner ersten Ansprache erklärte, sie dies für ihn ein Stoßgebet. Den Menschen, so der frisch geweihte Bischof, gelinge es nicht aus eigener Kraft, "Verschiedenheit auszuhalten und Vielfalt als Reichtum zu begreifen, Versöhnung und Verbundenheit zu stiften und Menschen, Meinungen, Lebensstile, Weltanschauungen und religiöse Überzeugungen zusammenzubringen".

Kardinal Woelki sagte, die Weihe verändere den Geweihten und seine Umgebung. "Der Mann, der heute zum dreizehnten Bischof von Limburg geweiht wird, lässt sich senden, um den 'Armen eine Frohe Botschaft zu bringen und alle zu heilen, deren Herz zerbrochen ist.' Er weiß um die Wunden, die es zu heilen gilt; er weiß, dass die Gläubigen in diesem Bistum wieder zusammengeführt und geeint werden müssen, und er weiß um die Herausforderungen, vor denen die Kirche nicht nur in Limburg, sondern überall steht, wenn sie auch künftig Christus als das Heil aller Menschen glaubwürdig verkündigen will", so der Kölner Erzbischof.

"Berufung und Sendung, Christus zu verkünden"

Mit Blick auf das Kreuzfest und die Kreuzwoche, die im Bistum Limburg traditionell besonders gefeiert werden, sagte Kardinal Woelki, dass es das kostbare Kreuz des Herrn sei, das die Menschen erlöst habe – und dem Bistum seine Identität verleihe.

Es sei die Berufung und Sendung des Bischofs, Christus zu verkündigen, und zwar als den Gekreuzigten.

Am Kreuz hänge die Einheit der Kirche, weil aus dem gekreuzigten Leib Jesu die Kirche hervorgegangen ist. "Ohne Kreuz keine Erlösung, ohne Kreuz kein Evangelium, kein Christentum! Allein im Kreuz erkennen wir, wer Gott und wer der Mensch ist, wozu Gott und wozu der Mensch fähig ist. Gott ist die Liebe, so sagen wir. Gott hat die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn für sie dahingegeben hat", so Woelki.

Auf das Kreuz, das Zeichen des Leidens und des Todes, das durch die erlösende Liebe des Herrn Jesus Christus zum Zeichen der Auferstehung und der Liebe geworden ist, ging auch der Apostolische Nuntius, der Gesandte des Papstes in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, in seinem Grußwort zu Beginn der Weiheliturgie ein.

"Verehrte Exzellenz, ich wünsche Ihnen, dass sie mit der Gnade des Heiligen Geistes das Ihnen anvertraute Volk Gottes dieser Ortskirche in besonderer Weise zusammenführen können – congrega in unum – und es auf den vom Herrn Jesus gewollten Weg zu führen vermögen, der, wie der Heilige Paulus erinnert, nicht mit der Weisheit dieser Welt korrespondiert, wohl aber der Logik des Kreuzes entspricht".

Der Nuntius wandte sich auch an die Gläubigen in der Diözese und sagte: "Im Vertrauen auf die Gnade des guten und barmherzigen Gottes werden Sie sich mit ihrer kirchlichen Sendung auf das hin ausstrecken, was vor Ihnen ist. Sie sind willens, ein neues Kapitel in der ehrenvollen Geschichte des Bistums aufzuschlagen. Auf diesem Weg sind Sie nicht allein. Es begleiten Sie die Glieder der schon verherrlichten Kirche im Himmel."

Auch Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, gratulierte dem Bistum zum neuen Bischof und hieß Bätzing im Kreis der Bischöfe willkommen. "Heute sind Aufbruch und Neubeginn möglich, das feiern wir in dieser Stunde und das wünsche ich dem Bistum Limburg von Herzen", sagte der Kardinal.

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